Montag, 21. März 2016

Mai 2015 - Teil 2: Berlin, Dortmund, Wien, Eindhoven

Am 19.05. erreichten wir am Abend Berlin, wo wir uns ausruhten und etwas von der Reise erholten.


Am 20. fuhren wir bereits gegen Mittag zur Location des Konzerts. Runde 2 für die Tour 2015 - THE UNSTOPPABLE LIFE.
Zucka verabschiedete sich um Freunde zu treffen, während Maria und ich Conny trafen, die aus München angereist war. Gemeinsam verbrachten wir etwas Zeit in einem nahegelegenen Café, ehe wir zum Beginn des VIP-Einlasses zurück zur Halle gingen. Dort trafen wir noch auf Isabell und suchten gemeinsam den richtigen Eingang. 
Danach ging alles recht zügig. Wir erhielten unseren laminierten VIP-Pass, ein Poster mit Autogrammen sowie die aktuelle CD. 
Kurz danach betraten wir den eigentlichen Raum des Konzerts, wo wir aufgereiht wurden, bevor die Band in den Raum kam. Überraschenderweise waren alle Bandmitglieder dabei und es gab zusätzlich noch die Möglichkeit Fragen zu stellen.
Im Anschluss war es Zeit für die Fotos und ich muss sagen, dass mir der Ablauf zum ersten Mal gefallen hat.
2011 war Kyo leider nicht bei den Fotos dabei, 2013 war das Jahr, in dem die Band hinter einem Gitter stand und man sich nur davor stellen durfte, als würde man Tiere im Zoo besuchen (wobei Paris wesentlich angenehmer war, als Köln). 
2015 standen die Bandmitglieder mit etwas Abstand nebeneinander. Entweder alleine oder mit Freunden konnte man der Reihe nach hingehen und sich seinen Platz aussuchen. Man war nicht gezwungen sich davor zu stellen, oder daneben, sondern konnte auch auf einen Platz zwischen ihnen deuten und sie ließen einen dann entspannt an den Platz, um das Foto zu machen.
Das hat mich ehrlich sehr gefreut.
Ich habe jedem die Hand gegeben, stellte mich zwischen Kyo und Die für das Foto und war wirklich zufrieden.

(Ich habe die Qualität und Größe des Fotos absichtlich verringert, da mein VIP Foto von 2011 einige Male gefotoshopt im Internet aufgetaucht ist. Ich zeige es hier nur, um den Ablauf zu verdeutlichen.)

Natürlich konnte nicht alles gut gehen. Ein paar Leute waren ein wenig aufdringlich bei den Fotos, aber es war noch im Rahmen, hoffe ich. Etwas weniger schön war der Moment, an dem alle fertig waren und man die erste Reihe für uns freigab - und einige losstürmten, bevor die Band den Raum verlassen hatte - und sie damit fast umrannten.
Hachja... das zeigt vermutlich, worum es den meisten bei den VIP-Tickets geht: früherer Einlass, um ganz vorn zu stehen.
Das ist auch für mich der Hauptgrund. Ich bin einfach aus dem Alter raus, in dem ich ewig vor einer Konzerthalle warten will. Da gebe ich lieber etwas mehr aus, komme früher rein, bekomme ein paar Bonussachen und marschiere bequem in die erste oder zweite Reihe.
Etwas amüsant finde ich, dass wir jedes Mal das aktuelle Album dazu bekommen - gerade diejenigen, die bereit sind, den VIP-Preis zu zahlen, haben das Album ohnehin schon gekauft. 

An dem Abend in Berlin endete ich in der zweiten Reihe vor Die. Es war ein schönes Konzert, wie schon in Warschau und es hat mir wirklich gefallen, alles von nahem zu sehen.
Auch an diesem Abend ist mir aufgefallen, wie wenig Kyo seine "Box" genutzt hat, auf der er sonst deutlich mehr Zeit der Konzerte verbringt. Ich hatte das Gefühl, dass er sie noch weniger genutzt hat, als in Warschau. Bestätigt wurde das am nächsten Abend in Dortmund, wo die "Box" nichtmal mehr aufgebaut wurde.





Nach der Show gingen wir noch gemeinsam Essen, trafen dort ein paar alte Gesichter und letztlich fuhren Maria, Isabell und ich in meine Wohnung.
Der Streik der Deutschen Bahn hatte sich inzwischen zugespitzt und wir fürchteten, dass unsere Zugverbindung nach Dortmund gestrichen werden würde. Noch bestand noch die Möglichkeit zur Not auf einen Bus auszuweichen. Um sicher zu gehen behielten wir die Nacht über die Seite der Bahn im Auge, sahen alle paar Stunden nach - und am Ende war unsere Verbindung nahezu die einzige, die am folgenden Tag in diese Richtung fuhr.
Isabell machte sich am Morgen auf Richtung Heimat, als es für Maria und mich los ging. Wir erreichten Dortmund gegen Mittag, checkten in unser Hotel ein und ruhten uns eine ganze Weile aus, da es Maria nicht so gut ging.

Der VIP Einlass erfolgte ein wenig chaotisch, aber das sind wir wohl alle schon gewohnt.

Diesmal standen die Bandmitglieder an der Seite und jeder, der sein Foto gemacht hatte, konnte sofort weiter zur Bühne.

Beim kurzen Q&A vorher, hab ich es gewagt eine etwas unfaire Frage zu stellen. Ich hab die Jungs gefragt, ob sie das ganze VIP-Prozedere mit den Fotos und all dem Zeug mögen.
Das lange Schweigen danach war so eindeutig, dass wir alle angefangen haben zu lachen - auch die Band. Toshiya meinte letztlich, dass es eigentlich ganz OK sei. Naja... was sollte er auch sagen?
Ich sehe es so: sollten sie es wirklich absolut furchtbar finden, würde der VIP-Teil ausschließlich aus früherem Einlass bestehen - bei anderen Bands ist es ja nicht anders.

Für mein Foto nahm ich an dem Tag den Platz zwischen Kyo und Toshiya ein. Kyo hat meine Hand an diesem Tag recht fest gedrückt und mich wirklich angesehen. Das war ein dezent (auf eine positive Art) verstörender Fangirl-Moment.


Danach bin ich gemütlich in die zweite Reihe vor Die gewandert. Maria war so lieb Getränke zu holen, bevor sie sich zu mir setzte. Es schien ihr ein wenig besser zu gehen, aber letztlich entschied sie sich dennoch vor Beginn, das Konzert lieber in Ruhe von der Bar aus zu sehen, da sie ihren Kreislauf nicht wirklich einschätzen konnte.

 






Nach dem Konzert ging es zurück ins Hotel, wo wir recht zügig ins Bett gingen.
Ich musste früh aufstehen, da ich schon vor 6 einen Zug von Dortmund nach Hannover nahm, wo mich dann meine Schwester und Isabel mit dem Auto abholten und wir noch etwa 9 Stunden weiter bis nach Wien fuhren.


Wir erreichten unser Ziel am frühen Abend und zumindest Isabel und ich waren SO FERTIG. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt so unfassbar müde war. 
Freunde meiner Schwester waren ebenfalls in Wien und so tüdelte sie nach all der Autofahrt noch los, um Zeit mit denen zu verbringen, während Isabel und ich nur noch schnell etwas essen gingen - und dort beinahe aufgrund von Sekundenschlaf mit dem Gesicht in den Speisen endeten.
Wir beeilten uns und fielen im Hotelzimmer nahezu ins Koma.
In der Nacht klingelte meine Schwester mich wach und ich lief im Pyjama nach draußen, um sie reinzulassen, bevor ich ohne weitere Kommunikation zurück ins Bett fiel.

Am Tag des ESC stärkten wir uns, bevor es zur Location des Songcontests ging.

Müde, aber glücklich!

Wir hatten zumindest Karten für das Family Event am Nachmittag bekommen und so konnten wir alle Beiträge einmal live in einer Art Probe hören und sehen. Es war wirklich eine tolle Stimmung!





Als wir danach die Halle wieder verließen, war der Regen noch schlimmer geworden und nur dank der verteilten Regencapes war es auszuhalten.


Es war etwas schwierig zu entscheiden, wie wir den Abend verbringen wollen. Das Public Viewing, was eigentlich auf unserem Plan stand, war nicht überdacht und die Wetterprognose ließ auf kein Ende des Regens hoffen.
Isabel entschied sich, die Übertragung im Hotel zu sehen, während Jenny und ich es zumindest probieren wollten.



Der Regen ließ zumindest zeitweise nach, aber es war eindeutig zu eng, um es wirklich auszuhalten und so entschieden wir uns, all unsere Favoriten abzuwarten und dann zum Hotel zurückzufahren, wo wir bis zum Beginn der Auszählung ankamen.
Den Rest sahen wir dann dort im Fernsehen. Unser Favorit war Norwegen!


Am Morgen checkten wir aus und brachten das ganze Gepäck ins Auto, bevor wir zum Albertina fuhren.


Obwohl ich schön öfter in Wien war, habe ich es irgendwie nie dorthin geschafft. Eine Schande, denn die Auswahl der Kunst und auch die wunderbaren Prunkräume sind definitiv einen Besuch wert. So gern ich auch das Belvedere habe, wenn jemand in Wien nur Zeit für eins von beidem hat - ab ins Albertina!


Eine der wechselnden Ausstellungen bestand aus Fotografien von Lee Miller.
Ihre Karriere begann mit der Fotografie von Mode, bei der sie auch selbst vor der Kamera stand. Später dokumentierte sie unter anderem die Befreiung der Konzentrationslager in Buchenwald und Dachau. Bilder, die man wohl nie vergessen wird.
Gerade der Kontrast zwischen der "heilen Welt" innerhalb der Mode- und Kunstfotografie und der fotojournalistische Berichterstattung vom Ende des Zweiten Weltkriegs ist immens.
Es war beeindruckend und verstörend zugleich.

Nach dem Besuch des Albertina hatten wir noch etwas Kuchen, ehe es mit dem Auto zurück ging.


Jenny und Isabel setzten mich nachts in Berlin ab und ihren dann gemeinsam weiter Richtung Bremen/Oldenburg.
Am Morgen des 25. war ich alles andere als fit. Die etwas stressige Reise und der viele Regen in Wien schienen mich mehr mitgenommen zu haben, als erwartet und ich fühlte mich nicht in der Lage, am Abend den Nachtbus nach Paris zu nehmen. 14 Stunden auf so engem Raum klang in meinem Zustand wie Folter.
Ich versuchte mich mit Medikamenten etwas zu pushen, hatte aber gegen Mittag nach einem Telefonat mit meiner Mutter aufgegeben und entschieden, dass aus mir und Paris nichts wird.
Ich stornierte die Busfahrten und meine Frustration darüber kann ich nicht in Worten ausdrücken. Das bedeutete schließlich, dass ich Dir en grey nicht noch einmal sehen würde.
Etwa eine Stunde war ich stark und dachte an meine Gesundheit, bevor mein Fangirl-Herz die Kontrolle übernahm. Ich buchte eine Konzertkarte für den 27. in Eindhoven, Zugfahrten sowie ein Hotel. 
Und so ruhte ich mich den restlichen 25. sowie 26. aus, bevor ich am 27. morgens um halb 7 in den Zug in die Niederlande stieg.



Am Mittag erreichte ich Eindhoven, checkte ein und machte mich dann zu Fuß auf den Weg zum Van Abbemuseum, das neben ein paar Outlet-Centern das einzig sehenswerte der Stadt zu sein schien. Und... Oh Güte! Bin ich froh, dass ich dort hingegangen bin!


Ich kann das Van Abbemuseum wirklich jedem ans Herz legen! Obwohl das zentrale Thema moderne Kunst ist, verläuft es ein wenig, als würde man durch die Zeit wandern. Von alten, bekannten Künstlern, über abstrakte Werke bis zur Moderne. 
Mein absolutes Highlight waren die Werke von Dan Perjovschi, der dafür bekannt ist, seine "Krakeleien" direkt auf die Wände der Museen zu malen. Ich war absolut beeindruckt von der Einfachheit, in der so viel Politik, Gesellschaftskritik und manchmal auch einfach nur Humor zu finden war! Er gehört inzwischen zu meinen liebsten Gegenwartskünstlern und ich verschlinge jedes einzelne Buch über seine Werke und Ansichten. 
Es ist aufregend, etwas so aktuelles zu beobachten. Mir fehlen die Worte dafür.


Das Museum schloss leider bereits um 17 Uhr und so wanderte ich noch schnell in einen Supermarkt, um Essen für den Abend zu kaufen, bevor ich mich auf den Fußweg zur Halle machte.
Da ich noch immer recht wacklig auf den Beinen war, ging ich erst zum Einlass hin und holte mir in Ruhe ein Getränk, ehe ich mich hinten an einen Tisch stellte.


Ganz vorne vor Kaorus Position standen Fatima und Nicole, die ich 2014 bei sukekiyo in Bochum kennengelernt habe und irgendwie hatten sie mich entdeckt und riefen nach mir.
Die anderen Besucher waren so lieb, mich zu ihnen zu lassen - und so hatte ich ganz nebenbei einen Platz in der zweiten Reihe vor Kaoru bekommen.
Was für ein Abend!






Am nächsten Morgen fuhr ich mit dem Zug zurück nach Berlin und beendete diese etwas abenteuerliche Konzerttour.

Auf der Rückfahrt traf ich zwei Entscheidungen für mein Leben - oder eher für das anderer Menschen.
Zum einen meldete ich mich noch während der Fahrt bei der DKMS (Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei) an und zum anderen entschied ich, endlich meinen Organspendeausweis auszufüllen.
Der Grund warum ich vor allem letzteres nie getan habe, ist simpel:
ich wollte mich einfach in keiner noch so kleinen Art und Weise mit meinem Tod auseinandersetzen. Der Gedanke macht mir - wie vielen anderen wohl auch - einfach Angst. Ich wollte diesen orangen Zettel nicht sichtbar in meinem Portemonnaie tragen, wo er mich ständig an das unausweichliche Ende erinnert.
Inzwischen habe ich entschieden, das ganze anders zu betrachten. Wenn ich diesen kleinen Zettel sehe, denke ich an die Chance für jemand anderen, falls mir etwas passiert. Selbst wenn es für mich nicht gut enden sollte - und das kann ich nicht beeinflussen - vielleicht hat jemand anders dadurch eine zweite Chance.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen