Sonntag, 20. März 2016

Mai 2015 - Teil 1: Warschau

Direkt am ersten Mai-Wochenende kam meine Schwester zu mir. Sie brachte eine große Schachtel Donuts mit - sehr brav von ihr!


Wir verbrachten den Abend in einer Bar mit Cocktails. Die Wände der Location waren restlos mit allen möglichen Bildern beklebt.
Am nächsten Tag erkundeten wir die Mall of Berlin und spielten Karten~





Bis zur Mitte des Monats verlief die Zeit recht ereignislos.

Als die Europa-Tourdaten für DIR EN GREY herauskamen, stand eins für mich fest: ich will zu so vielen Shows, wie es mir finanziell möglich ist. Nun verdiene ich nicht die Welt und hatte bei der Planung einige Hindernisse, da sich manche Termine mit anderen Events überschnitten. Ich endete bei folgendem Ziel: mindestens 4 Shows. Nicht eine weniger!
Ich betrachtete also die Daten und suchte nach einer für mich schaffbaren Reihenfolge. Dabei fiel mein Blick unerwartet in Richtung Warschau und ich dachte mir: warum nicht? Ich war noch nie in Warschau!
Ich fragte ein paar Freunde und Zucka sowie Maria ließen sich überreden, nicht nur für die Show nach Warschau zu fahren - sondern bereits ein paar Tage früher, um die Stadt zu erkunden.

Mein Plan für die Tour war folgender:

15. - 19. Mai: Warschau (Konzert am 18.05.)
20.05. Konzert in Berlin
21.05. Konzert in Dortmund
22. - 24.05. für den Eurovision Songcontest nach Wien
26. - 27.05. nach Paris (Konzert am 26.05.)

Nach dem verregneten Aufenthalt in Wien kam ich allerdings krank am 24. nachts zurück und war nicht in der Lage weiter zu reisen - daraufhin stornierte ich Paris. Ich wollte wirklich vernünftig sein. Ganz ehrlich. Ich wars ja auch. Eine Stunde lang. Dann hab ich aufgegeben und mir kurzerhand Zugtickets nach Eindhoven (27.05.) in der Niederlande gekauft, mir eine Karte für die dortige Show geholt und ein Hotelzimmer reserviert. Und so ging es dann nach 2 Tagen Pause dorthin - der Plan mit den 4 Shows hat also am Ende doch geklappt.

Nun aber zum Anfang: Warschau.
Am 14.05. kam Zucka abends zu mir nach Berlin, von wo wir am 15. die Reise starteten. Wir hatten uns im Vorfeld für die Reise mit dem Zug entschieden, da die Fahrt nur etwas über 5 Stunden dauert und der Preis mit 29 Euro recht gut ist. (Busreisen dauern ca. 9 Stunden und sind bereits ab etwa 8 Euro buchbar!)



Wir erreichten Warschau am frühen Nachmittag und trafen dort auf Maria, die aufgrund der Entfernung geflogen ist.

Unsere Unterkunft hatte recht positive Bewertungen - nur etliche Leute klagten, wie schwer die Wohnung zu finden sei. Ich hatte mich im Vorfeld etwas darüber lustig gemacht. Wie schwer kann es schon zu finden sein, wenn man die Straße und Hausnummer kennt? Oh, was für ein Irrtum. Ich weiß nicht mehr, wielange es gedauert hat, aber die Wohnung fanden wir am Ende nur, weil der Vermieter uns auf der Straße eingesammelt hat.

Die Unterkunft selbst überraschte uns wirklich! Für den Preis hatte ich nicht mit soviel Komfort gerechnet. Die Küchenzeile war mit jeder Menge Tee und Kaffee für uns ausgestattet und alles war sauber. Zudem war die Lage mit einem kurzen Fußweg zum Hauptbahnhof wahrlich wunderbar!

Gerade angekommen machten wir uns bereits fertig - denn wir hatten für den ersten Abend einen Besuch der Warschauer Oper gebucht. Im Vergleich zu Vorstellungen hier, sind die Preise dort wirklich wahnsinnig günstig. Ich möchte gern noch einmal nach Warschau, allein um all das Kulturprogramm zu erleben, das wirklich bezahlbar ist.


Wir nahmen ein Taxi zur Oper. Angekommen waren wir etwas zu früh und entschieden daher, noch schnell in ein Restaurant zu gehen. Die Entscheidung, welches wir nun besuchen wollten, scheint länger gedauert zu haben, als es uns vorkam. Wir betraten letztlich ein Sushi Restaurant, das einen ziemlich hochpreisigen Eindruck machte, da es keinerlei Preise auf der Karte draußen benannt hatte.
Man brachte uns an einen Tisch und wir wählten unsere Menüs, als uns langsam klar wurde, wie spät es inzwischen geworden war. Es waren nur noch etwa 15 Minuten bis zum Beginn der Oper. Da saßen wir nun in diesem eleganten Laden, hatten Essen bestellt und gerade unsere Getränke bekommen - und mussten eigentlich sofort wieder gehen, weil die Tickets explizit auswiesen, dass bei zu später Ankunft kein Zutritt mehr gewährt wird.
Das ganze war wahrhaftig etwas peinlich, aber wir hatten keine Wahl und erklärten, dass wir uns in der Zeit geirrt hatten. Der Kellner war zum Glück sehr entgegenkommend und wir bezahlten unser Essen schonmal - um dann nach der Oper zurückzukommen.
Etwas über diesen ersten Fail des Urlaubs lachend, machten wir uns auf den kurzen Weg zur Oper, wo wir uns Madame Butterfly ansahen.


In der Pause zwischen dem zweiten und dritten Akt, sahen wir uns eine kleine Ausstellung an, die in den Räumen des Opernhauses zu bewundern war. Auf dem Weg liefen wir durch einen großen Saal, in dem 4 Damen in langen eleganten Kleidern Raffaello verteilten.


Wir dachten wir wären unauffällig, als wir zu jeder dieser Damen gingen und uns eins nahmen.
Sehen wir es realistisch - ich bin nicht ganz so unauffällig, wie ich mich fühle xD
Einige Besucher belächelten uns etwas - aber es war zumindest eine freundliche, amüsierte Art und kein Augen verdrehen.
Hey, wir hatten ja unser Essen noch nicht gehabt und eine 3-Stunden-Oper auf leeren Magen ist anstrengend!


Zum ganzen Erlebnis des Opernbesuchs muss ich wahrlich sagen - es hat sich gelohnt. Das Stück war fabelhaft inszeniert. Allein die wechselnden Kulissen waren so unfassbar beeindruckend - von den Stimmen will ich gar nicht erst anfangen. Es war eine absolut schöne Erfahrung.
Es hat mir auch wirklich gefallen, dass sich die Besucher wirklich richtig zurecht gemacht haben! Hier sieht man ja leider oft Personen in T-Shirt und Jeans. Es ist schade, wenn sich die Leute für so besondere Anlässe nicht entsprechend kleiden.

Nach der Vorstellung ging es für uns zurück ins Sushi-Restaurant. So peinlich der Vorfall auch war - die Art wie es dort dann ablief war eigentlich etwas fabelhaft. Wir wurden direkt zu unserem reservierten Tisch gebracht und bekamen ohne ein Wort zu wechseln unser Essen - um dann am Ende ohne zu zahlen zu gehen, weil wir das ja bereits vorher erledigt hatten xD
Für all die fein gekleideten Damen und Herren sah es aus, als wären wir Stammgäste, deren Bestellung von vornerein klar ist. Es war amüsant!


Für den Weg zurück nahmen wir erneut ein Taxi - was dort im übrigen auch wirklich bezahlbar ist.

Und so schlossen wir den ersten Tag ab, der ein wenig durch peinliche Ereignisse bestochen hat.


Am nächsten Morgen holte ich alles für ein Frühstück aus dem Supermarkt direkt gegenüber und wir amüsierten uns endlos darüber, dass der hohe Tisch nur zwei große Stühle hatten und ich auf dem Schreibtischstuhl so niedrig saß, dass ich kaum auf den Tisch gucken konnte.


 Als wir fertig waren ging es zuerst Richtung Kulturpalast, den wir uns von nahem ansahen.



Das nächste Ziel war Warschaus Museum für moderne Kunst, das sich unweit des Kulturpalasts befindet. Der Eintritt ist frei und es lohnt sich wirklich.
Einige der dortigen Kunstwerke haben einen so bleibenden Eindruck hinterlassen, dass ich sie auch jetzt noch vor Augen habe und vermutlich nie vergessen werde.


Kurze Pause um die Sonne zu genießen und etwas Avenger-Wasser zu trinken.


Im Anschluss ging es zur U-Bahn. Warschau ist in der Hinsicht relativ... übersichtlich. Es gibt nur zwei Linien, die sich wie ein X durch die Stadt ziehen.
Was wir etwas schräg fanden, war die Tatsache wie leer es war. Wann immer wir U-Bahn fuhren, war sonst fast niemand an den endlos großen Bahnhöfen oder in den Zügen. Es war unheimlich.


Da an diesem Tag die lange Nacht der Museen in Warschau stattfand, fuhren wir zum Planetarium, in der Hoffnung noch ein paar der Gratis-Tickets zu bekommen. Leider war alles ausgebucht, wir entschieden uns aber dennoch, eine Vorstellung am nächsten Tag zu buchen.


Wir besuchten dann das Koreanische Kulturzentrum, das im Rahmen der langen Nacht der Museen einige Vorträge bot sowie die Möglichkeit traditionelle Kleidung anzuprobieren und seinen Namen in Hangul zu schreiben.



Danach machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Multimedia Fountain Park. Dort kann man kostenlos eine Show ansehen bei der mit Lasern und Projektionstechnik Videos an eine Fontäne gestrahlt werden. Mit Musik von Klassik bis mondern werden die Bilder untermalt.
Ich muss dazu sagen, dass es nett anzusehen war - aber definitiv kein Muss für den nächsten Urlaub ist. Wenn ichs sehr stumpf formulieren müsste, würde ich sagen: Kinder und alte Leute finden es bestimmt toll.






Wir fuhren dann wieder zurück zum Kulturpalast, wo einige Stände mit leckerem Essen aufgebaut waren, um die Besucher zwischen all den Museumstouren zu stärken.



Es war eine tolle Atmosphäre und ein guter Abschluss des Tages. Wir entschieden uns - nur wegen dem Namen - für den "Japan Burger". Hätten wir die Beschreibung vorher gelesen, hätten wir verstanden, woraus der "Japan"-Teil bestand. So fanden wir es erst beim Reinbeißen heraus - Wasabi.
Wow, das war... scharf.

Als Nachtisch und zum Löschen hatte ich Poffertjes mit griechischem Joghurt und Mango. Es war SO LECKER... das ich 2 Portionen hatte und mir am Ende total übel war.
Hachja, das klingt nach mir.

Auch der nächste Morgen begann mit einem ganz entspannten Frühstück, bevor wir uns die Warschauer Altstadt ansahen. Die dortigen Gebäude wurden im Krieg nahezu vollständig zerstört und später mit viel Liebe und Blick zum Detail wieder aufgebaut. Da auch alle Baupläne verbrannten, wurde die Optik größtenteils gemalten Bildern nachempfunden.





Wir entdeckten ein zauberhaftes Café, in dem wir uns stärkten.





Wir wanderten noch eine Weile durch all die kleinen Gassen und besuchten ein paar der dortigen Shops, bevor wir uns erneut zum Planetarium begaben.



Für die Show erhielten wir Headsets, die uns das Programm auf Englisch bieten sollten, während ein polnischer Mitarbeiter live alle Bilder erklärte.
Die Übersetzung ist leider etwas... simpel. Wir sahen einen Planeten und über das Headset wurde uns auf Englisch erklärt, dass es sich um Uranus handelt. Ende. Nichts weiter. Und der polnische Herr erzählte und erzählte - nur leider bot die Übersetzung nie mehr als die Namen.
Der ein oder andere mag sich darüber aufregen, aber wir waren tiefenentspannt. Wir dösten etwas und wurden nur gelegentlich durch die kurzen Erklärungen geweckt. Ich muss heute noch etwas lachen, wenn ich daran denke.

Am Abend waren wir in einem großen Einkaufszentrum mit Supermarkt und ich fand es wirklich toll, dass man dort tiefgekühlte Ware und sogar soetwas wie Kekse etc. selbst nach dem eigenen Bedarf zusammenstellen kann! Vor allem wenn man allein lebt, ist so manch eine Packung einfach viel zu groß und so hat man die Wahl nur genau das zu nehmen,was man wirklich braucht.


Die Kassierer in kleinen Supermärkten sowie auch in solch großen waren immer absolut unfreundlich. Nicht nur zu uns, sondern zu allen. Als wir mit ein paar Leuten sprachen, die dort leben, meinten sie das sei normal. Als Kassierer würde man sehr schlecht verdienen und deshalb hätten alle Verständnis, dass sie schelcht gelaunt seinen.
Ob das so stimmt, kann ich nicht sagen - nur das wir wirklich niemand freundlichen an der Kasse erwischt oder gesehen haben.


Auch den letzten Tag starteten wir mit einem gemütlichen Frühstück, ehe wir uns erneut zum Kulturpalast begaben, wo wir diesmal Tickets für die Aussichtsplattform kauften.






Bestes Bild des Urlaubs:


Danach fuhren wir mit der Tram zur Location des Dir en grey Konzerts. Direkt daneben befand sich ein kleines Shopping-Center, in dem wir die Wartezeit bis zum Einlass verbrachten.


Wir genossen die Show sehr. Schwerpunkt lag auf dem Album ARCHE, aber auch ältere Songs standen auf dem Plan.
Es fällt mir schwer, wirklich viel zu den Konzerten zu sagen. Dir en grey Shows gehören einfach zu den besten Momenten in meinem Leben. Das ist meine Religion.




Ein wenig Merch für mich:



Am nächsten Tag checkten wir gemütlich aus und verbrachten die Zeit in einer Bar, bis der Zug abfuhr. Ich habe gelernt, dass ich Honigbier mag~


Die Rückfahrt nach Berlin war etwas mühsam, was am Streik der Deutschen Bahn lag. Der Zug mit der polnischen Besatzung fuhr nur bis Frankfurt (Oder), von wo aus wir dann mit Regionalbahnen weiter mussten.

Im nächsten Eintrag zum Mai gehts dann um die Shows in Berlin und Dortmund sowie um die Fahrt nach Wien zum ESC.

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