Montag, 21. März 2016

Mai 2015 - Teil 2: Berlin, Dortmund, Wien, Eindhoven

Am 19.05. erreichten wir am Abend Berlin, wo wir uns ausruhten und etwas von der Reise erholten.


Am 20. fuhren wir bereits gegen Mittag zur Location des Konzerts. Runde 2 für die Tour 2015 - THE UNSTOPPABLE LIFE.
Zucka verabschiedete sich um Freunde zu treffen, während Maria und ich Conny trafen, die aus München angereist war. Gemeinsam verbrachten wir etwas Zeit in einem nahegelegenen Café, ehe wir zum Beginn des VIP-Einlasses zurück zur Halle gingen. Dort trafen wir noch auf Isabell und suchten gemeinsam den richtigen Eingang. 
Danach ging alles recht zügig. Wir erhielten unseren laminierten VIP-Pass, ein Poster mit Autogrammen sowie die aktuelle CD. 
Kurz danach betraten wir den eigentlichen Raum des Konzerts, wo wir aufgereiht wurden, bevor die Band in den Raum kam. Überraschenderweise waren alle Bandmitglieder dabei und es gab zusätzlich noch die Möglichkeit Fragen zu stellen.
Im Anschluss war es Zeit für die Fotos und ich muss sagen, dass mir der Ablauf zum ersten Mal gefallen hat.
2011 war Kyo leider nicht bei den Fotos dabei, 2013 war das Jahr, in dem die Band hinter einem Gitter stand und man sich nur davor stellen durfte, als würde man Tiere im Zoo besuchen (wobei Paris wesentlich angenehmer war, als Köln). 
2015 standen die Bandmitglieder mit etwas Abstand nebeneinander. Entweder alleine oder mit Freunden konnte man der Reihe nach hingehen und sich seinen Platz aussuchen. Man war nicht gezwungen sich davor zu stellen, oder daneben, sondern konnte auch auf einen Platz zwischen ihnen deuten und sie ließen einen dann entspannt an den Platz, um das Foto zu machen.
Das hat mich ehrlich sehr gefreut.
Ich habe jedem die Hand gegeben, stellte mich zwischen Kyo und Die für das Foto und war wirklich zufrieden.

(Ich habe die Qualität und Größe des Fotos absichtlich verringert, da mein VIP Foto von 2011 einige Male gefotoshopt im Internet aufgetaucht ist. Ich zeige es hier nur, um den Ablauf zu verdeutlichen.)

Natürlich konnte nicht alles gut gehen. Ein paar Leute waren ein wenig aufdringlich bei den Fotos, aber es war noch im Rahmen, hoffe ich. Etwas weniger schön war der Moment, an dem alle fertig waren und man die erste Reihe für uns freigab - und einige losstürmten, bevor die Band den Raum verlassen hatte - und sie damit fast umrannten.
Hachja... das zeigt vermutlich, worum es den meisten bei den VIP-Tickets geht: früherer Einlass, um ganz vorn zu stehen.
Das ist auch für mich der Hauptgrund. Ich bin einfach aus dem Alter raus, in dem ich ewig vor einer Konzerthalle warten will. Da gebe ich lieber etwas mehr aus, komme früher rein, bekomme ein paar Bonussachen und marschiere bequem in die erste oder zweite Reihe.
Etwas amüsant finde ich, dass wir jedes Mal das aktuelle Album dazu bekommen - gerade diejenigen, die bereit sind, den VIP-Preis zu zahlen, haben das Album ohnehin schon gekauft. 

An dem Abend in Berlin endete ich in der zweiten Reihe vor Die. Es war ein schönes Konzert, wie schon in Warschau und es hat mir wirklich gefallen, alles von nahem zu sehen.
Auch an diesem Abend ist mir aufgefallen, wie wenig Kyo seine "Box" genutzt hat, auf der er sonst deutlich mehr Zeit der Konzerte verbringt. Ich hatte das Gefühl, dass er sie noch weniger genutzt hat, als in Warschau. Bestätigt wurde das am nächsten Abend in Dortmund, wo die "Box" nichtmal mehr aufgebaut wurde.





Nach der Show gingen wir noch gemeinsam Essen, trafen dort ein paar alte Gesichter und letztlich fuhren Maria, Isabell und ich in meine Wohnung.
Der Streik der Deutschen Bahn hatte sich inzwischen zugespitzt und wir fürchteten, dass unsere Zugverbindung nach Dortmund gestrichen werden würde. Noch bestand noch die Möglichkeit zur Not auf einen Bus auszuweichen. Um sicher zu gehen behielten wir die Nacht über die Seite der Bahn im Auge, sahen alle paar Stunden nach - und am Ende war unsere Verbindung nahezu die einzige, die am folgenden Tag in diese Richtung fuhr.
Isabell machte sich am Morgen auf Richtung Heimat, als es für Maria und mich los ging. Wir erreichten Dortmund gegen Mittag, checkten in unser Hotel ein und ruhten uns eine ganze Weile aus, da es Maria nicht so gut ging.

Der VIP Einlass erfolgte ein wenig chaotisch, aber das sind wir wohl alle schon gewohnt.

Diesmal standen die Bandmitglieder an der Seite und jeder, der sein Foto gemacht hatte, konnte sofort weiter zur Bühne.

Beim kurzen Q&A vorher, hab ich es gewagt eine etwas unfaire Frage zu stellen. Ich hab die Jungs gefragt, ob sie das ganze VIP-Prozedere mit den Fotos und all dem Zeug mögen.
Das lange Schweigen danach war so eindeutig, dass wir alle angefangen haben zu lachen - auch die Band. Toshiya meinte letztlich, dass es eigentlich ganz OK sei. Naja... was sollte er auch sagen?
Ich sehe es so: sollten sie es wirklich absolut furchtbar finden, würde der VIP-Teil ausschließlich aus früherem Einlass bestehen - bei anderen Bands ist es ja nicht anders.

Für mein Foto nahm ich an dem Tag den Platz zwischen Kyo und Toshiya ein. Kyo hat meine Hand an diesem Tag recht fest gedrückt und mich wirklich angesehen. Das war ein dezent (auf eine positive Art) verstörender Fangirl-Moment.


Danach bin ich gemütlich in die zweite Reihe vor Die gewandert. Maria war so lieb Getränke zu holen, bevor sie sich zu mir setzte. Es schien ihr ein wenig besser zu gehen, aber letztlich entschied sie sich dennoch vor Beginn, das Konzert lieber in Ruhe von der Bar aus zu sehen, da sie ihren Kreislauf nicht wirklich einschätzen konnte.

 






Nach dem Konzert ging es zurück ins Hotel, wo wir recht zügig ins Bett gingen.
Ich musste früh aufstehen, da ich schon vor 6 einen Zug von Dortmund nach Hannover nahm, wo mich dann meine Schwester und Isabel mit dem Auto abholten und wir noch etwa 9 Stunden weiter bis nach Wien fuhren.


Wir erreichten unser Ziel am frühen Abend und zumindest Isabel und ich waren SO FERTIG. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt so unfassbar müde war. 
Freunde meiner Schwester waren ebenfalls in Wien und so tüdelte sie nach all der Autofahrt noch los, um Zeit mit denen zu verbringen, während Isabel und ich nur noch schnell etwas essen gingen - und dort beinahe aufgrund von Sekundenschlaf mit dem Gesicht in den Speisen endeten.
Wir beeilten uns und fielen im Hotelzimmer nahezu ins Koma.
In der Nacht klingelte meine Schwester mich wach und ich lief im Pyjama nach draußen, um sie reinzulassen, bevor ich ohne weitere Kommunikation zurück ins Bett fiel.

Am Tag des ESC stärkten wir uns, bevor es zur Location des Songcontests ging.

Müde, aber glücklich!

Wir hatten zumindest Karten für das Family Event am Nachmittag bekommen und so konnten wir alle Beiträge einmal live in einer Art Probe hören und sehen. Es war wirklich eine tolle Stimmung!





Als wir danach die Halle wieder verließen, war der Regen noch schlimmer geworden und nur dank der verteilten Regencapes war es auszuhalten.


Es war etwas schwierig zu entscheiden, wie wir den Abend verbringen wollen. Das Public Viewing, was eigentlich auf unserem Plan stand, war nicht überdacht und die Wetterprognose ließ auf kein Ende des Regens hoffen.
Isabel entschied sich, die Übertragung im Hotel zu sehen, während Jenny und ich es zumindest probieren wollten.



Der Regen ließ zumindest zeitweise nach, aber es war eindeutig zu eng, um es wirklich auszuhalten und so entschieden wir uns, all unsere Favoriten abzuwarten und dann zum Hotel zurückzufahren, wo wir bis zum Beginn der Auszählung ankamen.
Den Rest sahen wir dann dort im Fernsehen. Unser Favorit war Norwegen!


Am Morgen checkten wir aus und brachten das ganze Gepäck ins Auto, bevor wir zum Albertina fuhren.


Obwohl ich schön öfter in Wien war, habe ich es irgendwie nie dorthin geschafft. Eine Schande, denn die Auswahl der Kunst und auch die wunderbaren Prunkräume sind definitiv einen Besuch wert. So gern ich auch das Belvedere habe, wenn jemand in Wien nur Zeit für eins von beidem hat - ab ins Albertina!


Eine der wechselnden Ausstellungen bestand aus Fotografien von Lee Miller.
Ihre Karriere begann mit der Fotografie von Mode, bei der sie auch selbst vor der Kamera stand. Später dokumentierte sie unter anderem die Befreiung der Konzentrationslager in Buchenwald und Dachau. Bilder, die man wohl nie vergessen wird.
Gerade der Kontrast zwischen der "heilen Welt" innerhalb der Mode- und Kunstfotografie und der fotojournalistische Berichterstattung vom Ende des Zweiten Weltkriegs ist immens.
Es war beeindruckend und verstörend zugleich.

Nach dem Besuch des Albertina hatten wir noch etwas Kuchen, ehe es mit dem Auto zurück ging.


Jenny und Isabel setzten mich nachts in Berlin ab und ihren dann gemeinsam weiter Richtung Bremen/Oldenburg.
Am Morgen des 25. war ich alles andere als fit. Die etwas stressige Reise und der viele Regen in Wien schienen mich mehr mitgenommen zu haben, als erwartet und ich fühlte mich nicht in der Lage, am Abend den Nachtbus nach Paris zu nehmen. 14 Stunden auf so engem Raum klang in meinem Zustand wie Folter.
Ich versuchte mich mit Medikamenten etwas zu pushen, hatte aber gegen Mittag nach einem Telefonat mit meiner Mutter aufgegeben und entschieden, dass aus mir und Paris nichts wird.
Ich stornierte die Busfahrten und meine Frustration darüber kann ich nicht in Worten ausdrücken. Das bedeutete schließlich, dass ich Dir en grey nicht noch einmal sehen würde.
Etwa eine Stunde war ich stark und dachte an meine Gesundheit, bevor mein Fangirl-Herz die Kontrolle übernahm. Ich buchte eine Konzertkarte für den 27. in Eindhoven, Zugfahrten sowie ein Hotel. 
Und so ruhte ich mich den restlichen 25. sowie 26. aus, bevor ich am 27. morgens um halb 7 in den Zug in die Niederlande stieg.



Am Mittag erreichte ich Eindhoven, checkte ein und machte mich dann zu Fuß auf den Weg zum Van Abbemuseum, das neben ein paar Outlet-Centern das einzig sehenswerte der Stadt zu sein schien. Und... Oh Güte! Bin ich froh, dass ich dort hingegangen bin!


Ich kann das Van Abbemuseum wirklich jedem ans Herz legen! Obwohl das zentrale Thema moderne Kunst ist, verläuft es ein wenig, als würde man durch die Zeit wandern. Von alten, bekannten Künstlern, über abstrakte Werke bis zur Moderne. 
Mein absolutes Highlight waren die Werke von Dan Perjovschi, der dafür bekannt ist, seine "Krakeleien" direkt auf die Wände der Museen zu malen. Ich war absolut beeindruckt von der Einfachheit, in der so viel Politik, Gesellschaftskritik und manchmal auch einfach nur Humor zu finden war! Er gehört inzwischen zu meinen liebsten Gegenwartskünstlern und ich verschlinge jedes einzelne Buch über seine Werke und Ansichten. 
Es ist aufregend, etwas so aktuelles zu beobachten. Mir fehlen die Worte dafür.


Das Museum schloss leider bereits um 17 Uhr und so wanderte ich noch schnell in einen Supermarkt, um Essen für den Abend zu kaufen, bevor ich mich auf den Fußweg zur Halle machte.
Da ich noch immer recht wacklig auf den Beinen war, ging ich erst zum Einlass hin und holte mir in Ruhe ein Getränk, ehe ich mich hinten an einen Tisch stellte.


Ganz vorne vor Kaorus Position standen Fatima und Nicole, die ich 2014 bei sukekiyo in Bochum kennengelernt habe und irgendwie hatten sie mich entdeckt und riefen nach mir.
Die anderen Besucher waren so lieb, mich zu ihnen zu lassen - und so hatte ich ganz nebenbei einen Platz in der zweiten Reihe vor Kaoru bekommen.
Was für ein Abend!






Am nächsten Morgen fuhr ich mit dem Zug zurück nach Berlin und beendete diese etwas abenteuerliche Konzerttour.

Auf der Rückfahrt traf ich zwei Entscheidungen für mein Leben - oder eher für das anderer Menschen.
Zum einen meldete ich mich noch während der Fahrt bei der DKMS (Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei) an und zum anderen entschied ich, endlich meinen Organspendeausweis auszufüllen.
Der Grund warum ich vor allem letzteres nie getan habe, ist simpel:
ich wollte mich einfach in keiner noch so kleinen Art und Weise mit meinem Tod auseinandersetzen. Der Gedanke macht mir - wie vielen anderen wohl auch - einfach Angst. Ich wollte diesen orangen Zettel nicht sichtbar in meinem Portemonnaie tragen, wo er mich ständig an das unausweichliche Ende erinnert.
Inzwischen habe ich entschieden, das ganze anders zu betrachten. Wenn ich diesen kleinen Zettel sehe, denke ich an die Chance für jemand anderen, falls mir etwas passiert. Selbst wenn es für mich nicht gut enden sollte - und das kann ich nicht beeinflussen - vielleicht hat jemand anders dadurch eine zweite Chance.


Sonntag, 20. März 2016

Mai 2015 - Teil 1: Warschau

Direkt am ersten Mai-Wochenende kam meine Schwester zu mir. Sie brachte eine große Schachtel Donuts mit - sehr brav von ihr!


Wir verbrachten den Abend in einer Bar mit Cocktails. Die Wände der Location waren restlos mit allen möglichen Bildern beklebt.
Am nächsten Tag erkundeten wir die Mall of Berlin und spielten Karten~





Bis zur Mitte des Monats verlief die Zeit recht ereignislos.

Als die Europa-Tourdaten für DIR EN GREY herauskamen, stand eins für mich fest: ich will zu so vielen Shows, wie es mir finanziell möglich ist. Nun verdiene ich nicht die Welt und hatte bei der Planung einige Hindernisse, da sich manche Termine mit anderen Events überschnitten. Ich endete bei folgendem Ziel: mindestens 4 Shows. Nicht eine weniger!
Ich betrachtete also die Daten und suchte nach einer für mich schaffbaren Reihenfolge. Dabei fiel mein Blick unerwartet in Richtung Warschau und ich dachte mir: warum nicht? Ich war noch nie in Warschau!
Ich fragte ein paar Freunde und Zucka sowie Maria ließen sich überreden, nicht nur für die Show nach Warschau zu fahren - sondern bereits ein paar Tage früher, um die Stadt zu erkunden.

Mein Plan für die Tour war folgender:

15. - 19. Mai: Warschau (Konzert am 18.05.)
20.05. Konzert in Berlin
21.05. Konzert in Dortmund
22. - 24.05. für den Eurovision Songcontest nach Wien
26. - 27.05. nach Paris (Konzert am 26.05.)

Nach dem verregneten Aufenthalt in Wien kam ich allerdings krank am 24. nachts zurück und war nicht in der Lage weiter zu reisen - daraufhin stornierte ich Paris. Ich wollte wirklich vernünftig sein. Ganz ehrlich. Ich wars ja auch. Eine Stunde lang. Dann hab ich aufgegeben und mir kurzerhand Zugtickets nach Eindhoven (27.05.) in der Niederlande gekauft, mir eine Karte für die dortige Show geholt und ein Hotelzimmer reserviert. Und so ging es dann nach 2 Tagen Pause dorthin - der Plan mit den 4 Shows hat also am Ende doch geklappt.

Nun aber zum Anfang: Warschau.
Am 14.05. kam Zucka abends zu mir nach Berlin, von wo wir am 15. die Reise starteten. Wir hatten uns im Vorfeld für die Reise mit dem Zug entschieden, da die Fahrt nur etwas über 5 Stunden dauert und der Preis mit 29 Euro recht gut ist. (Busreisen dauern ca. 9 Stunden und sind bereits ab etwa 8 Euro buchbar!)



Wir erreichten Warschau am frühen Nachmittag und trafen dort auf Maria, die aufgrund der Entfernung geflogen ist.

Unsere Unterkunft hatte recht positive Bewertungen - nur etliche Leute klagten, wie schwer die Wohnung zu finden sei. Ich hatte mich im Vorfeld etwas darüber lustig gemacht. Wie schwer kann es schon zu finden sein, wenn man die Straße und Hausnummer kennt? Oh, was für ein Irrtum. Ich weiß nicht mehr, wielange es gedauert hat, aber die Wohnung fanden wir am Ende nur, weil der Vermieter uns auf der Straße eingesammelt hat.

Die Unterkunft selbst überraschte uns wirklich! Für den Preis hatte ich nicht mit soviel Komfort gerechnet. Die Küchenzeile war mit jeder Menge Tee und Kaffee für uns ausgestattet und alles war sauber. Zudem war die Lage mit einem kurzen Fußweg zum Hauptbahnhof wahrlich wunderbar!

Gerade angekommen machten wir uns bereits fertig - denn wir hatten für den ersten Abend einen Besuch der Warschauer Oper gebucht. Im Vergleich zu Vorstellungen hier, sind die Preise dort wirklich wahnsinnig günstig. Ich möchte gern noch einmal nach Warschau, allein um all das Kulturprogramm zu erleben, das wirklich bezahlbar ist.


Wir nahmen ein Taxi zur Oper. Angekommen waren wir etwas zu früh und entschieden daher, noch schnell in ein Restaurant zu gehen. Die Entscheidung, welches wir nun besuchen wollten, scheint länger gedauert zu haben, als es uns vorkam. Wir betraten letztlich ein Sushi Restaurant, das einen ziemlich hochpreisigen Eindruck machte, da es keinerlei Preise auf der Karte draußen benannt hatte.
Man brachte uns an einen Tisch und wir wählten unsere Menüs, als uns langsam klar wurde, wie spät es inzwischen geworden war. Es waren nur noch etwa 15 Minuten bis zum Beginn der Oper. Da saßen wir nun in diesem eleganten Laden, hatten Essen bestellt und gerade unsere Getränke bekommen - und mussten eigentlich sofort wieder gehen, weil die Tickets explizit auswiesen, dass bei zu später Ankunft kein Zutritt mehr gewährt wird.
Das ganze war wahrhaftig etwas peinlich, aber wir hatten keine Wahl und erklärten, dass wir uns in der Zeit geirrt hatten. Der Kellner war zum Glück sehr entgegenkommend und wir bezahlten unser Essen schonmal - um dann nach der Oper zurückzukommen.
Etwas über diesen ersten Fail des Urlaubs lachend, machten wir uns auf den kurzen Weg zur Oper, wo wir uns Madame Butterfly ansahen.


In der Pause zwischen dem zweiten und dritten Akt, sahen wir uns eine kleine Ausstellung an, die in den Räumen des Opernhauses zu bewundern war. Auf dem Weg liefen wir durch einen großen Saal, in dem 4 Damen in langen eleganten Kleidern Raffaello verteilten.


Wir dachten wir wären unauffällig, als wir zu jeder dieser Damen gingen und uns eins nahmen.
Sehen wir es realistisch - ich bin nicht ganz so unauffällig, wie ich mich fühle xD
Einige Besucher belächelten uns etwas - aber es war zumindest eine freundliche, amüsierte Art und kein Augen verdrehen.
Hey, wir hatten ja unser Essen noch nicht gehabt und eine 3-Stunden-Oper auf leeren Magen ist anstrengend!


Zum ganzen Erlebnis des Opernbesuchs muss ich wahrlich sagen - es hat sich gelohnt. Das Stück war fabelhaft inszeniert. Allein die wechselnden Kulissen waren so unfassbar beeindruckend - von den Stimmen will ich gar nicht erst anfangen. Es war eine absolut schöne Erfahrung.
Es hat mir auch wirklich gefallen, dass sich die Besucher wirklich richtig zurecht gemacht haben! Hier sieht man ja leider oft Personen in T-Shirt und Jeans. Es ist schade, wenn sich die Leute für so besondere Anlässe nicht entsprechend kleiden.

Nach der Vorstellung ging es für uns zurück ins Sushi-Restaurant. So peinlich der Vorfall auch war - die Art wie es dort dann ablief war eigentlich etwas fabelhaft. Wir wurden direkt zu unserem reservierten Tisch gebracht und bekamen ohne ein Wort zu wechseln unser Essen - um dann am Ende ohne zu zahlen zu gehen, weil wir das ja bereits vorher erledigt hatten xD
Für all die fein gekleideten Damen und Herren sah es aus, als wären wir Stammgäste, deren Bestellung von vornerein klar ist. Es war amüsant!


Für den Weg zurück nahmen wir erneut ein Taxi - was dort im übrigen auch wirklich bezahlbar ist.

Und so schlossen wir den ersten Tag ab, der ein wenig durch peinliche Ereignisse bestochen hat.


Am nächsten Morgen holte ich alles für ein Frühstück aus dem Supermarkt direkt gegenüber und wir amüsierten uns endlos darüber, dass der hohe Tisch nur zwei große Stühle hatten und ich auf dem Schreibtischstuhl so niedrig saß, dass ich kaum auf den Tisch gucken konnte.


 Als wir fertig waren ging es zuerst Richtung Kulturpalast, den wir uns von nahem ansahen.



Das nächste Ziel war Warschaus Museum für moderne Kunst, das sich unweit des Kulturpalasts befindet. Der Eintritt ist frei und es lohnt sich wirklich.
Einige der dortigen Kunstwerke haben einen so bleibenden Eindruck hinterlassen, dass ich sie auch jetzt noch vor Augen habe und vermutlich nie vergessen werde.


Kurze Pause um die Sonne zu genießen und etwas Avenger-Wasser zu trinken.


Im Anschluss ging es zur U-Bahn. Warschau ist in der Hinsicht relativ... übersichtlich. Es gibt nur zwei Linien, die sich wie ein X durch die Stadt ziehen.
Was wir etwas schräg fanden, war die Tatsache wie leer es war. Wann immer wir U-Bahn fuhren, war sonst fast niemand an den endlos großen Bahnhöfen oder in den Zügen. Es war unheimlich.


Da an diesem Tag die lange Nacht der Museen in Warschau stattfand, fuhren wir zum Planetarium, in der Hoffnung noch ein paar der Gratis-Tickets zu bekommen. Leider war alles ausgebucht, wir entschieden uns aber dennoch, eine Vorstellung am nächsten Tag zu buchen.


Wir besuchten dann das Koreanische Kulturzentrum, das im Rahmen der langen Nacht der Museen einige Vorträge bot sowie die Möglichkeit traditionelle Kleidung anzuprobieren und seinen Namen in Hangul zu schreiben.



Danach machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Multimedia Fountain Park. Dort kann man kostenlos eine Show ansehen bei der mit Lasern und Projektionstechnik Videos an eine Fontäne gestrahlt werden. Mit Musik von Klassik bis mondern werden die Bilder untermalt.
Ich muss dazu sagen, dass es nett anzusehen war - aber definitiv kein Muss für den nächsten Urlaub ist. Wenn ichs sehr stumpf formulieren müsste, würde ich sagen: Kinder und alte Leute finden es bestimmt toll.






Wir fuhren dann wieder zurück zum Kulturpalast, wo einige Stände mit leckerem Essen aufgebaut waren, um die Besucher zwischen all den Museumstouren zu stärken.



Es war eine tolle Atmosphäre und ein guter Abschluss des Tages. Wir entschieden uns - nur wegen dem Namen - für den "Japan Burger". Hätten wir die Beschreibung vorher gelesen, hätten wir verstanden, woraus der "Japan"-Teil bestand. So fanden wir es erst beim Reinbeißen heraus - Wasabi.
Wow, das war... scharf.

Als Nachtisch und zum Löschen hatte ich Poffertjes mit griechischem Joghurt und Mango. Es war SO LECKER... das ich 2 Portionen hatte und mir am Ende total übel war.
Hachja, das klingt nach mir.

Auch der nächste Morgen begann mit einem ganz entspannten Frühstück, bevor wir uns die Warschauer Altstadt ansahen. Die dortigen Gebäude wurden im Krieg nahezu vollständig zerstört und später mit viel Liebe und Blick zum Detail wieder aufgebaut. Da auch alle Baupläne verbrannten, wurde die Optik größtenteils gemalten Bildern nachempfunden.





Wir entdeckten ein zauberhaftes Café, in dem wir uns stärkten.





Wir wanderten noch eine Weile durch all die kleinen Gassen und besuchten ein paar der dortigen Shops, bevor wir uns erneut zum Planetarium begaben.



Für die Show erhielten wir Headsets, die uns das Programm auf Englisch bieten sollten, während ein polnischer Mitarbeiter live alle Bilder erklärte.
Die Übersetzung ist leider etwas... simpel. Wir sahen einen Planeten und über das Headset wurde uns auf Englisch erklärt, dass es sich um Uranus handelt. Ende. Nichts weiter. Und der polnische Herr erzählte und erzählte - nur leider bot die Übersetzung nie mehr als die Namen.
Der ein oder andere mag sich darüber aufregen, aber wir waren tiefenentspannt. Wir dösten etwas und wurden nur gelegentlich durch die kurzen Erklärungen geweckt. Ich muss heute noch etwas lachen, wenn ich daran denke.

Am Abend waren wir in einem großen Einkaufszentrum mit Supermarkt und ich fand es wirklich toll, dass man dort tiefgekühlte Ware und sogar soetwas wie Kekse etc. selbst nach dem eigenen Bedarf zusammenstellen kann! Vor allem wenn man allein lebt, ist so manch eine Packung einfach viel zu groß und so hat man die Wahl nur genau das zu nehmen,was man wirklich braucht.


Die Kassierer in kleinen Supermärkten sowie auch in solch großen waren immer absolut unfreundlich. Nicht nur zu uns, sondern zu allen. Als wir mit ein paar Leuten sprachen, die dort leben, meinten sie das sei normal. Als Kassierer würde man sehr schlecht verdienen und deshalb hätten alle Verständnis, dass sie schelcht gelaunt seinen.
Ob das so stimmt, kann ich nicht sagen - nur das wir wirklich niemand freundlichen an der Kasse erwischt oder gesehen haben.


Auch den letzten Tag starteten wir mit einem gemütlichen Frühstück, ehe wir uns erneut zum Kulturpalast begaben, wo wir diesmal Tickets für die Aussichtsplattform kauften.






Bestes Bild des Urlaubs:


Danach fuhren wir mit der Tram zur Location des Dir en grey Konzerts. Direkt daneben befand sich ein kleines Shopping-Center, in dem wir die Wartezeit bis zum Einlass verbrachten.


Wir genossen die Show sehr. Schwerpunkt lag auf dem Album ARCHE, aber auch ältere Songs standen auf dem Plan.
Es fällt mir schwer, wirklich viel zu den Konzerten zu sagen. Dir en grey Shows gehören einfach zu den besten Momenten in meinem Leben. Das ist meine Religion.




Ein wenig Merch für mich:



Am nächsten Tag checkten wir gemütlich aus und verbrachten die Zeit in einer Bar, bis der Zug abfuhr. Ich habe gelernt, dass ich Honigbier mag~


Die Rückfahrt nach Berlin war etwas mühsam, was am Streik der Deutschen Bahn lag. Der Zug mit der polnischen Besatzung fuhr nur bis Frankfurt (Oder), von wo aus wir dann mit Regionalbahnen weiter mussten.

Im nächsten Eintrag zum Mai gehts dann um die Shows in Berlin und Dortmund sowie um die Fahrt nach Wien zum ESC.