Sonntag, 5. Juli 2015

Niedersächsisches Neuberliner Flachlandei in Tokyo - Teil 8

Ich mache mir etwas Gedanken über den Titel dieser Eintragsreihe. Den habe ich aus ein paar meiner alten Reiseberichte übernommen. Aber darf ich wirklich noch "Neuberliner" sagen? So ganz neu ist das ja nicht mehr.
Egal. Zurück zum Thema. Vorletzter Eintrag zu Japan!

Am 9. November fuhren wir los, um einen Tempel anzusehen. Tamagawa Daishi wirkt auf den ersten Blick nicht sonderlich beeindruckend - eher klein und unscheinbar, in einer ruhigen Nebenstraße.


Nach dem Ausziehen der Schuhe betraten wir den Tempel. Im Inneren befindet sich links eine Treppe, die etwa 5 Meter unter die Erde führt. Bevor man hinab steigt, hinterlässt man eine Spende von 100 Yen und nimmt sich Sandalen aus einem Korb neben den Stufen.
Dann geht es nach unten. Ein Gang aus steinernen Mauern sorgt schon nach wenigen Schritten dafür, dass man sich in kompletter Dunkelheit befindet. Mit der rechten Hand an der Wand tastet man sich voran; die linke wird nah am Körper gehalten, da sie die Wände nicht berühren soll.
Der Gang ist schmal und das Gefühl, nicht die Hand vor Augen zu sehen, war für mich bedrückender, als erwartet. Die "Don't panic"-Warnung am Eingang war für mich nach einer Weile keine Option mehr. Isabell lief vor mir und so gingen wir dazu über, dass ich die Augen schloss und mich an ihr festhielt. Sie führte mich und ich versuchte ruhig zu bleiben. Die Dunkelheit und Enge, die man nur spürt, aber nicht sehen kann, setzt vielen Besuchern zu. Bei einem Besuch zu zweit hilft es, sich auf die Begleitung zu konzentrieren. Ich denke aber, selbst allein wäre ich weiter gegangen und hätte versucht, mich durch eine ruhige Atmung zu entspannen.
Nach ein paar Kurven erreichten wir die erste Kammer, die von Lampen und Kerzen erhellt wird. Darin befinden sich 88 Buddha Statuen, die links und rechts aufgereiht sind.
Der Weg durch die Dunkelheit soll einen frei machen von den Einflüssen der Außenwelt.
Nach weiteren Schritten durch einen weiteren Gang erreicht man eine weitere Kammer, die noch mehr Statuen enthält.
Es waren keine Fotos erlaubt, daher haben wir auch keine gemacht. Google ergab folgendes Bild:


Ich muss sagen, dass mich diese Erfahrung mehr berührt hat, als ich imVorfeld erwartet habe. Ich errinnere mich noch gut an den Anblick der Kammern und Statuen. Es war eine besondere Stimmung.
Selbst meine Angst zu Beginn, hat das surreale Gefühl es Ortes nicht verdrängt. Es war ehrlich einen Besuch wert.


Ich weiß nicht, was wir im Anschluss getan haben (da ich erneut keine Fotos gemacht hab), wir endeten jedenfalls auf einem weiteren Fest mit Ständen etc.




Für den Abend hatten wir Tickets für das Robot Restaurant, das einige sicherlich aus Sendungen wie Galileo etc. kennen. Die Berichte darüber versprachen eine schräge Art von Unterhaltung, die mir durchaus gefallen könnte.
Hat es aber nicht.

Der Reihe nach:
Vor Beginn nimmt man in einer Lounge platz, wo man noch etwas trinken kann. Eine Band spielt in schrägen Outfits und der Ort an sich ist bereits ein Erlebnis.








Irgendwie möchte ich ein Zimmer so einrichten (Vielleicht das Bad in dem Haus, das ich eines Tages kaufen werde?). Auf Dauer wird man bei dem Anblick vermutlich wahnsinnig. Aber hey, alles hat seinen Preis.

Es war etwas auffällig, dass die Besucher eigentlich nur aus Touristen bestanden - ich glaube, es war nur ein japanisches Pärchen dort.
Wir wurden zu Beginn eine Treppe nach unten geführt und zu den jeweiligen Plätzen gebracht. Die Show startete und war tatsächlich... äußerst schräg.





Leicht bekleidete Frauen und Roboter? Dagegen habe ich nichtmal was. Aber nach jeder Show-Einlage war eine Umbaupause. Diese Pausen wurden genutzt, um einem allerlei Zeug zu verkaufen. Ich mag diese Art des Aufdrängens nicht.
Die Showteile selbst wirkten für mich, als wäre das Konzept "Hauptsache schräg.". Wenig kreativ oder wirklich interessant. Es war einfach random, ohne wirkliche Gedanken dahinter oder gar einem Zusammenhang.
Die Pausen waren viel zu lang und die Mitarbeiter, die für das Freiräumen der "Bühne" zuständig waren, sehr schlecht gelaunt. An sich - nichts dagegen. Das ist mit Sicherheit kein einfacher Job. Aber wenn der Umbau etwa 1 Meter von den Gästen entfernt stattfindet, wäre es vielleicht doch ganz nett, nicht zu gucken, als würde man gleich ein Messer zücken?
Ich kann es insgesamt einfach wirklich nicht empfehlen. Viel Geld dafür, dass man die Hälfte der Zeit wartet. Die Atmosphäre... einfach Nope.

Leute, die nicht gern an Shows teilnehmen, warne ich auch noch kurz: Es gibt einen Part, an dem jemand aus dem Publikum ausgewählt wird, der gegen einen Roboter kämpfen soll.
Güte, ich hasse soetwas. Meine Angst in irgendeiner Form einbezogen zu werden, oder - allein der Gedanke ist so grausam - auf die Bühne zu müssen. Nein, nein, nein. Schrecklich.
Das erinnert mich an ein Video von Dan Howell (danisnotonfire) über Audience Participation Fear, in dem er mir aus der Seele spricht. Bei Interesse >>hier klicken<< .

Random Abendessen: Orangenbier und Azuki-Eis


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen