Mittwoch, 17. Juni 2015

Niedersächsisches Neuberliner Flachlandei in Tokyo - Teil 3

Am 02.11. fuhren wir nach Koenji, da dort ein Straßenfest mit allerlei Ständen und Live-Musik stattfand.

Am späten Vormittag sind die Bahnen wundervoll leer~




Nachdem wir an den Tagen zuvor ständig in Shinjuku, Harajuku etc. waren, erschien Koenji wie ein Kontrastprogramm. Wir spazierten durch etliche Straßen, in denen keines der Häuser mehr als 3 Stockwerke hatte - und es war leise. Es war leise. Stille ist etwas, dass man nach einem Shopping-Tag in Tokyo mehr zu schätzen weiß, als je zuvor.

Es mag am Straßenfest an sich gelegen haben, aber die Leute wirkten entspannter und beachteten uns weniger. Wir wurden zuvor so auffällig und belastend angestarrt - und an diesem Tag kam zu meinem offensichtlichen Ausländer-Dasein auch noch mein Tattoo dazu, das ich an den Tagen vorher immer verdeckt hatte. Oh Güte, es war in Ikebukuro etc. so müham. Leute sind buchstäblich im Kreis gelaufen, um noch einmal zu starren.
Es ist mir in Deutschland schon unangenehm, wenn mich Menschen in der Bahn etc. länger ansehen, aber das dort konnte man nichtmal ansatzweise ignorieren - bis wir in Koenji ankamen. Dort hat es sich angefühlt, als würden wir dazugehören. Kein Gestarre - und wenn doch, dann kamen die Leute und haben Fragen zum Tattoo usw. gestellt.
Ich mag Koenji.

Das Fest war auch so nett. An jeder Ecke gab es etwas zu gucken, Essen und Musik! Ich hab nur leider viel zu wenig Fotos gemacht!









Nach diesem schönen Ausflug, entschieden wir den Rest des Tages in Akihabara zu verbringen. Isabell mag einige Anime-Serien und wollte sich dort nach Figuren und anderem Merchandise umsehen.




Nach den ersten paar Shops gabs erstmal eine Stärkung und gleichzeitig konnten wir einen Punkt von unserer To-do-Liste streichen: Kuro Burger essen

Schwarzes Brötchen, schwarze Soße, schwarzer Käse. Geschmacklich wie jeder andere Burger.




Zumindest einmal wollte ich diese Greifarm-Automaten Dinger auch probieren. Also habe ich mutig Geld eingeworfen - und das Gerät mit meinem allerersten Versuch kaputt bekommen. Es fing an zu blinken und piepen. ERROR.
Lektion gelernt: ich lasse die Finger davon.


Die meiste Zeit verbrachten wir in Läden voll mit diesen Regalen:


Diese Fächer kann sich jeder mieten und darin seine Anime-Figuren und Merchandise zum Verkauf anbieten. Die Fächer haben Nummern und direkt an den Figuren klebten Preise, die der Mieter dieses Kastens selbst bestimmen kann.
Nun hatte Isabell Figuren gefunden, die ihr gefielen. Die Frage war nur: befindet sich in irgendeinem anderen Kasten die gleiche Figur für einen besseren Preis?
Ohja, ihr ahnt es. Wir suchten dann gemeinsam die Kästen ab. Endlose Räume, mehrere Stockwerke.
Das + die ständige Musik überall + etliche Monitore, die nochmal andere Musik oder Werbespots zeigen + andere Menschen die reden + Verkäufer die Angebote herumbrüllen = Einkaufen in Tokyo.
Das betrifft sowohl diese Art von Shops, als auch Einkaufszentren mit Kleidung. Es ist so unglaublich anstrengend.

Nach solchen Ausflügen war die "in der Bahn redet man nicht - und wenn, dann nur leise"-Regel eine wahre Freude. Auch dort läuft Werbung - aber immer lautlos. Selbst wenn die Bahnen voll waren - sie waren zumindest auch still.



Boob-Pudding mit fabelhafter Verpackung. Gutes, sinnfreies Mitbringsel.

Wir lernen: Akihabara war mein Alptraum. ABER ich habe ein paar Dragonball Z Dinge gefunden, die mich glücklich gemacht haben.

Zurück im Hotel waren wir wirklich erschlagen von all den Eindrücken. Dennoch kam ich nicht so recht zur Ruhe.
Ich bin an sich ein ziemlicher Einzelgänger, brauche viel Zeit für mich selbst. So gern ich Isabell und auch andere Leute habe - wenn ich nicht zwischendurch Zeit für mich habe, werde ich relativ ungemütlich. Also entschied ich an dem Abend, noch etwas spazieren zu gehen. Mit Musik im Ohr ging ich von da an jede/n Abend/Nacht etwas durch die ruhigeren Teile von Ikebukuro. Isabell konnte noch in Ruhe mit ihrem Freund sprechen oder schlafen und ich kam irgendwann wieder, wenn ich genug vom Laufen hatte.
Hier in Berlin mache ich das auch oft. Einfach mit Musik durch meine Nachbarschaft laufen. Auch mitten in der Nacht, wenn ich nicht schlafen kann. Ich laufe gerne.

Kommentare:

  1. wahh was hast du von DBZ?
    Und wieviele Teile wird es noch geben ?
    liebe Grüße :)

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    1. Magische Bohnen zum essen, Trinkflaschen usw.
      Zumindest eine Trinkflasche davon wird man wohl in den folgenden Einträgen noch entdecken.
      Es kommt auch noch ein Eintrag zu einem DBZ-Themenpark-Ding!

      Es folgen noch ca. 6-8 Teile zu Japan. Ich kann es nicht ganz genau sagen. Kommt drauf an, wie ich es aufteile.

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    2. Ich bitte um einen ausführlichen DBZ-Themenpark Bericht :D
      Auf die anderen Teile freue mich auch :)
      liebe Grüße <3

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    3. Wird es geben :D (soweit meine Erinnerung reicht... xD)

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  2. Ich verfolge deine Serie auch ganz fleissig und finde solche Eindrücke immer sehr interessant.
    Ich war im Sommer 2013 in Tokyo, Kyoto und Osaka und werde diesen Sommer nochmal nach Tokyo fliegen ^^ Ich finde Tokyo zwar auch anstrengend -irgendwie- aber ich finde es auch total aufregend und liebe das Gewussel um mich rum. Da fühlt man sich wie in einem riesigen Kollektiv, wie in nem Ameisenhaufen xD
    Ich hab auch Tattoos und fand es nur traurig, dass ich in kein öffentliches Badehaus in Tokyo gehen konnte. In dem Hostel waren die Duschkabinen, die man sich mit anderen teilte, recht beengt, ich wäre gern in ein öffentliches Bad gegangen. Leider ging das nicht. Die Tokyoter liebten aber meine Tattoos, haben sie teilweise berührt und fanden sie recht hübsch. Vielleicht weil ich so viele Comictattoos haben xD Ich weiss es nicht. Ich war nur damals überrascht, denn die Japaner gelten eher als distanziert. Mittlerweile habe ich mehr Tattoos, mal sehen wie sie dieses mal reagieren ^^
    In Osaka waren wir in einem Yakuza Viertel, da hätte ich in ein Badehaus reindürfen. Es waren aber auch gemischte Badehäuser und das wollte dann mein Freund nicht xD
    LG Zombie

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    1. Hey hey
      ich muss sagen in Koenji habe ich auch solche Erfahrungen gemacht. Davon abgesehen war es aber eher unangenehmes Starren. Vielleicht bin ich da aber auch einfach kein Maßstab für - es ist mir wirklich unangenehm, wenn mich Fremde ansehen, daher bin ich da sicherlich auch empfindlich und bekomme jeden Blick mit. Ah, ich wünschte, ich würde über den Dingen stehen. Mir ist grundsätzlich egal, wenn Leute meinen Stil/whatever nicht mögen - nur bei längerem Ansehen werde ich sehr angespannt.

      Ich lese solche Berichte von anderen auch wirklich gern. Es ist spannend zu sehen, wie andere Leute bestimmte Städte/Dinge wahrnehmen, in denen man selbst bereits war.

      Ich fliege vermutlich nächstes Jahr wieder! Ist alles noch etwas im Planungslevel.

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    2. Ich weiss schon was du meinst. Ich selber wohne in Bayern und da kann es neben "starren" sogar manchmal zu dummen Sprüchen etc kommen, zB wegen meinem Style. Dabei bin ich eh noch recht... unauffällig? Klar, sichtbare Tattoos, viele Piercinge, grün-türkise Haare... aber von den Klamotten bin ich sehr zurückhaltend (meist dunkel, keine Prints) und auch so eher dann ruhig unterwegs... Aber es stimmt, es ist echt unangenehm.
      Ich war einfach nur wahnsinnig überrascht, mir haben immer alle erzählt, dass Japaner sehr zurückhaltend sind und das mich dann fremde Leute ansprachen, fotografieren wollten oder wenn ich das Geld zum zahlen rüberreiche, sogar berührten, fand ich wirklich sehr interessant ^^

      Was ich als wirklich entspannt wahrgenommen habe war folgendes: Bei der sommerlichen Hitze schwitzt man. Ich auch. Zwar nicht stark am Körper, dafür unglaublich stark im Gesicht. Übrigends muss es da noch gar nicht so heiss wie im japanischen Sommer sein, können bei mir schon Schweiss-Bäche rinnen. NATÜRLICH ist mir das peinlich, noch peinlicher ist es mir in Deutschland. Denn wenn man dann noch ein kleines Tuch oder einen Fächer benutzt wird man furchtbar angestarrt >_< In Japan hingegen war das kein Problem. JEDER schwitzt, auch im Gesicht. Jeder hat mind. ein kleines Handtuch dabei und evtl. einen Fächer. Niemand glotzt dich an als wärst du ein ekliges Insekt oder so (ja so fühle ich mich in Deutschland häufiger) und das war für mich echt mal eine Erfahrung das es in anderen Ländern auch anders geht. Klar, alter, abgestandener Schweiss ist echt nicht schön, deswegen gibts ja auch ne Dusche... aber schwitzen an sich ist eine normale Körperreaktion. Ich verstehe dann nicht, warum manche so einen Aufriss darum machen müssen .____."

      War das deine 1. Japanreise? Ich finde die Planung und die Vorfreude für die nächste Reise ist immer besonders schön <3 Ich bin auch schon ganz hibbelig, am 5.8. gehts los ^^

      LG Zombie

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    3. "Machmal zu dummen Sprüchen" ist für mein Leben in Berlin (fuc**** verrücktes Berlin?!) noch sehr nett. Ich werde mit Essen beworfen, muss mir ständig dumme Kommentare/lachen anhören. Vielleicht bin ich da auch einfach nur extrem talentiert immer genau die richtigen Menschen zu treffen. Es ist so mühsam.
      Vielleicht fehlt hier einfach irgendwie die Hemmung etwas zu sagen? Neulich hat mich jemand in der Bahn angetippt, hat extra gewartet, bis ich die Stöpsel aus dem Ohr genommen hat, um dann zu sagen: "Ich find grüne Haare echt scheiße."
      WTF?! Ja und? Ahhh, was ist dieses sinnlose Mitteilungsbedürfnis?
      Wenn ich normale Sachen trage, ists insgesamt recht locker. Nur bei Lolita werden die Menschen mühsam.

      Ich bin wirklich froh, dass du solche Erfahrungen in Japan gemacht hast! Das ist toll! :) Ich denke nächstes Mal werde ich auch etwas entspannter sein, was das Starren angeht.

      Das verstehe ich so gut! Ich stehe dann immer gnadenlos mit Fächer in der Bahn. Die Leute gucken hier auch, zum Teil aber eher neidisch. Hehe...
      Ich schwitze generell auch eher schnell, daher stelle ich es mir auch angenehm vor, wenn man dort so entspannt damit umgeht. Ich vertrage Hitze insgesamt nicht wirklich gut, es geht mir auf den Kreislauf etc. - daher würde ich selbst im Sommer nicht hinfahren. Vermutlich fahre ich nächstes Jahr noch etwas später, damit es wirklich kühl ist.

      Ja, es war meine erste Japanreise. Wirklich Vorfreude hatte ich aber nicht, weil ich soviel Angst vor dem Flug hatte. Es war bis zum Arztbesuch am Tag vor dem Flug nicht klar, ob meine Therapie für die Verarbeitung vom Druck funktioniert hatte. Und selbst als Frau Doktor meinte, es sei ein gutes Ergebnis - ich hab trotzdem Angst gehabt.
      Letztlich ging es ja wirklich gut und auf dem Flug hab ich dann erst so langsam begriffen, wohin es geht und alles :)

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