Sonntag, 14. Juni 2015

Niedersächsisches Neuberliner Flachlandei in Tokyo - Teil 1

Wegen meiner Schwierigkeiten mit dem Druckausgleich, hatte ich einen Direktflug für Isabell und mich gebucht. Wir fuhren früh am Morgen des. 28. Oktober mit dem Zug von Berlin nach Frankfurt, um von dort aus mit Lufthansa zu fliegen.


Im Flughafen hatten wir noch etwas Zeit zu überbrücken, das meisterten wir aber entspannt. Generell waren wir zwar aufgeregt, aber insgesamt recht locker. Offensichtlich.



Der Flug selbst verlief ruhig. Die Schmerzen hielten sich in Grenzen und so verbrachte ich die meiste Zeit schlafend oder habe mich mit Freude durch das Angebot an Filmen und Musik gewühlt.


Mit dem Gepäck hat alles geklappt und so kauften wir uns Tickets für den NEX nach Ikebukuro, wo sich unser Hotel befand. In der Wartezeit holten wir uns Getränke~


Ich hatte mich zwar über die Aufschrift auf dem zweiten "Kühlregal" gewundert - aber erst beim reingreifen begriffen, dass es nicht kühlt, sondern wärmt. Da ich sehr empfindlich auf Hitze reagiere, habe ich den Milk Tea fast fallengelassen. Isabel musste ihn für das Foto festhalten, weil ich ihn nicht lang genug anfassen konnte.
Wärme ist ein guter Stichpunkt. Es war sehr kühl und regnerisch in Deutschland, wohingegen Japan uns mit Sonne und 25°C begrüßte. Sicherlich gibt es Leute, die sich freuen würden. Ich aber nicht. Das ist mir zu warm. Ich bin ein Winterkind.

Mit den Getränken beschäftigt, warteten wir auf den NEX. Als der Einfuhr, wurden alle Sitze gedreht (damit man in Fahrtrichtung guckt), was mich sehr amüsiert hat. Ich bin leicht zu beschäftigen und begeistern.
Das Züglein fuhr bis Ikebukuro, wo unser Hotel war. Wir suchten literally EWIGKEITEN nach dem richigen Ausgang zu unserem Hotel. Bis zu dem Punkt, an dem wir aggressiv wurden. Es war ehrlich unschön. Als wir dann endlich die richtige Treppe gefunden hatten, war der Weg zum Hotel dafür sehr einfach. Es befand sich in einer sehr ruhigen Nebenstraße, keine 5 Minuten von der Station entfernt.

Kabelwahnsinn in Tokyos Nebenstraßen

Nachdem wir unsere Kleidung dem Wetter angepasst hatten, ging es zum ersten Mal shoppen! Wir hatten nicht wirklich Sachen für Halloween dabei und dachten uns, dass wir dafür auf jeden Fall ein Kostüm und Accessoires finden würden.
Unser erster Stopp war das Closet Child in Ikebukuro, weil es so nah war. Ich kann die Vorfreude kaum in Worten ausdrücken. Ich trage schon so lange Lolita und bestelle seit Ewigkeiten bei CC.
Vermutlich liegt genau da das Problem und der Grund für meine absolute Enttäuschung - ich mochte nichts. Absolut überhaupt gar nichts.
Das wurde generell das Motto des ersten Shoppingtags. Wir fuhren zur Takeshita Dōri, stöberten durch all die Läden - auch durch die Closet Child Filiale dort - und ich wollte einfach nichts haben.
Wie oft hatte ich vom Shoppen in Tokyo geträumt? Hab immer gedacht ich wäre traurig, weil ich nicht alles bezahlen kann - und dann bin ich endlich dort und will nichts?
Im Nachhinein ist es eigentlich gar nicht so unlogisch. Bei CC Updates finde ich inzwischen auch nur hin und wieder mal etwas. Ich trage Lolita seit 2006. Das ist viel Zeit, demnach weiß ich inzwischen eben ganz genau, was ich mag und was nicht. Bestimmte Schnitte fallen gleich raus - es gibt bestimmte Arten von Ärmeln, die ich scheußlich finde, ich mag keine Schnürung vorne usw.
Und so, wie ich Online manchmal nichts finde, ist es vor Ort auch. Ich verfolge die Szene lange genug, um so ziemlich jedes Kleid zumindest online einmal gesehen zu haben - daher gibt es auch keine großen Überraschungen in 2nd Hand Shops.
Dennoch kann vermutlich jede Lolita meine Enttäuschung verstehen. Am Ende kaufte ich aus Frust ein Kleid. Innocent Worlds British Noble Emblem JSK in schwarz - ein schlichtes Kleid, das sich leicht kombinieren lässt.

Zumindest fand ich an dem Tag 2 alte Dir en grey Pamphlets, die mir noch fehlten. Das besserte die Laune.
Abends kaufte ich mir aus Neugier ein Salt&Fruit Getränk. Ich benutze Salz eher dezent, daher war ich gespannt, wie ich es finden würde. Mir kam es im Grunde gar nicht salzig vor. Isabell probierte es und musste es fast ausspucken. Ich habe ewig gelacht! Und bin bis heute verwirrt - weil ich wirklich kein Salz geschmeckt habe. Es gibt einige Sorten davon & ich habe im Laufe des Urlaubs ein paar davon getestet und es ehrlich nie rausgeschmeckt. Nur Isabell hat gelitten. Ich war etwas... neidisch? Meine Logik.

Bilder vom ersten Tag:




Für den zweiten Tag hatten wir Tickets für Disneyland~

Während der Fahrt dorthin, führten wir folgendes Gespräch.
Isabell: "Ich bin gespannt, wie Disneyland so ist. Finde ich cool, dass du es vorgeschlagen hast."
Tetsu: "Was? Ich hab es nicht vorgeschlagen."
Isabell: "Natürlich hast du es vorgeschlagen."
Tetsu: "Nein. Ich bin nicht mit Disney aufgewachsen. Außer Winnie the Pooh mag ich nichts davon. Das meiste habe ich nichtmal gesehen. Außerdem wird mir in jedem Fahrgeschäft schlecht. Wenn Rolltreppen lang genug wären, würde mir selbst dort übel werden. Warum hätte ich es also vorschlagen sollen?"

dümmlich-glückliches Tetsu-Gesicht

Wir hatten also keine Ahnung, warum wir dahin fuhren. Beide wenig begeistert von Disney und ohne jede Ahnung, wie es dieser Programmpunkt in unseren Urlaubsplan geschafft hat.
Aber wie das immer mit solchen Dingen ist: BEST DAY EVER!
Omg, wir hatten so unglaublich viel Spaß! Mit einer "wir haben nichts zu verlieren"-Einstellung stürzten wir uns ins Getümmel.



Während das Disneyland in Paris sehr strikt ist, was Kostüme angeht, darf man in Tokyo tragen, was immer man mag. Der Vorplatz vom Schloss war voller CosPlayer und wundervoller Gestalten. Allein dort hätten wir ewig stehen bleiben können, um all die Outfits zu bewundern.


Mittagessen!

Etwas, dass uns bereits in anderen Situationen aufgefallen ist, wurde dort noch einmal verdeutlicht. Japaner scheinen ein ziemliches Vertrauen ineinander zu haben. Wir beobachteten etwas, dass bei uns niemals möglich wäre. Die Eltern lassen ihren Kinderwagen zurück, wenn sie sich mit den Kleinen bei Fahrgeschäften anstellen. Sie reihen die Wagen ordentlich am Rand auf - und lassen Handtaschen etc. ebenfalls dort zurück. Ohne Aufsicht bleiben die Sachen dort stehen. Nur hin und wieder kommt ein Angestellter und rückt alles etwas zur Seite, wenn es zuviel wird.




Donut & unser "Für die Achterbahn anstehen"-Gesicht.
Außerdem: rosa Katzenohren + Hörnchen = Ziegenbock.

Halloween-Parade! Ah, es war so toll. Und so unfassbar geordnet.




Wir nutzten den Tag wirklich in vollen Zügen und nahmen jedes Fahrgeschäft, das uns auch nur halbwegs interessant erschien. (Reisetabletten sind meine Freunde.)
Mein Highlight war aber etwas anderes: das Popcorn. Oh Güte, diese Sorten! Am Ende des Tages bestand mein Körper gefühlt zu 80% aus Popcorn.





Es gab noch mehr Sorten, ich habe nicht alle fotografiert. Curry war definitiv mein Favorit! Gefolgt von Honey. Es hat mich ehrlich happy gemacht.






 


Wir waren zur Öffnungszeit dort & gehörten zu den letzten, die das Gelände verlassen haben. Den Tag haben wir ehrlich genossen.
Auch wenn es voll war, die Leute haben Rücksicht aufeinander genommen. Man hat sich nicht bedrängt oder eingeengt gefühlt. Es hat einfach durchgehend Spaß gemacht.


Kommentare:

  1. Sehr interessant :) Habe lange darauf gewartet, dass du etwas über Japan bloggst :D ich warte gespannt auf den nächsten Teil :3 (der hoffentlich bald folgen wird :D)

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    1. :)
      Ich gebe mir Mühe, endlich wieder regelmäßig zu schreiben! So viele Reisen, von denen ich noch berichten will!

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