Mittwoch, 14. November 2012

Ein Wochenende in Leipzig und meine emotionale Bindung zu Horrorfilmen

Ich war am vergangenen Wochenende in Leipzig, um eine liebe Freundin zu besuchen. Meine Schwester kam auch - extra aus Bremen angereist.

Natürlich hatte mein Zug Verspätung, aber als regelmäßge Nutzerin der Deutschen Bahn habe ich das mit Humor genommen.
Meine Schwester sammelte mich mit dem Auto am Leipziger Bahnhof ein - der im übrigen wirklich sehr hübsch ist. Gemeinsam ging es dann zu besagter Freundin. Es war schön sie wieder zu sehen, da unser letztes Treffen letztes Jahr zu Halloween stattfand, wenn ich mich recht erinnere.

Die Zeit von Freitag Abend bis Sonntag Nachmittag verflog rasend schnell und wer jetzt hübsche Stadtbilder von Leipzig erwartet, wird enttäuscht. Wir verließen die Wohnung nur ein einziges Mal - um neues Essen zu kaufen und eine Videothek aufzusuchen. Ausgeliehen haben wir uns REC 3, der zwar nicht mit Teil 1 und 2 mithalten kann, aber dafür eine unglaubliche Menge Humor bietet - wenn man sich darauf einlässt. Vor allem die "Spielereien" mit copyright und der GEMA haben uns wahnsinnig amüsiert. Auch der ganze Teil mit der völlig überzogenen Ritterrüstung etc.

Ich muss an dieser Stelle meine Liebe zu Horrorfilmen gestehen, die bei mir einfach eine Art Kindheitserinnerung (?) wecken. Als Teenager habe ich Horrorfilme wahnsinnig geliebt und sehr oft mit Freunden welche gesehen. In der Kleinstadt, in der ich damals lebte, gab es nur eine Videothek. Die dortige Horrorfilm-Abteilung haben wir so ziemlich komplett gesehen, bis wir zu wirklich schlechten Filmen greifen mussten, weil uns einfach die Auswahl fehlte.
Eine Zeit, an die ich mich sehr gern erinnere. Das beisammen sitzen, sich gemeinsam gruseln und die Hände zu halten. Das war einfach großartig.
In dieser Gruppe haben wir im übrigen auch die Project Zero Teile zusammen gespielt. Manchmal hatten wir alle solche Angst, dass keiner mehr den Controler nehmen wollte.

Lustigerweise fällt es mir, je älter ich werde, immer schwerer mir Horrorfilme anzusehen. Heute kann ich die meiste Zeit überhaupt nicht mehr hinsehen. Man sollte meinen, dass sich mit der Zeit genau der gegenteilige Effekt einstellt. Woran das liegt, kann ich nicht sagen.

Zurück zu Leipzig:
Unsere Ernährung an diesem Wochenende war mit Chips, Schokolade und (immerhin selbst gemachter!) Pizza ein wenig fragwürdig, aber zumindest eine gesunde Kürbissuppe hatten wir (man sollte allerdings ignorieren, dass wir direkt danach Pudding hatten).



Frühstück!

Neben REC 3 beschäftigten wir uns damit, WALKING DEAD auf der PlayStation zu spielen. Kennt jemand die Serie dazu? Ich habe leider nur wenige Folgen gesehen, da sie zu einer eher ungünstigen Sendezeit auf einem scheußlichen Sender läuft. Plane aber, mir die Serie entweder zu kaufen, oder auszuleihen.
Das Spiel hängt nicht wirklich mit der Serie zusammen - lediglich der Grundaufbau der Story ähnelt sich. Ergo: die halbe Menschenheit ist zu Zombies geworden und man tut sich mit anderen zusammen, um dem Alptraum zu entkommen.


Ich bin absolut keine Gamerin, aber dieses Spiel habe ich wirklich recht gern gespielt. Lag vielleicht einfach an der Gesellschaft. Alleine würde ich wohl so überhaupt kein PC/PS3/etc Spiel anrühren.
Wie in einem früheren Eintrag erwähnt: mein Gaming-Niveau liegt bei Animal Crossing - wo ich nur angle, SIMS - wo ich nur Häuser baue und einrichte und Wii - wo ich am liebsten Golf spiele... wenn man sich das so durchliest, könnte ich eine richtige Kandidatin für Bus-Simulatoren etc. sein. Ich hab mich immer gefragt, wer soetwas wohl spielt. Vielleicht wirkliche Leute wie ich. Das gruselt mich nun etwas.
Am meisten Freude bereitet es mir, auf der alten N64 meiner Schwester zu spielen. Mariokart mit süßer Grafik.

Die vielen Baustellen in Leipzig sorgten dafür, dass ich meinen Zug knapp verpasste, aber das stellte sich nicht unbedingt als schlecht heraus. Der hübsche Leipziger Bahnhof bietet auch an einem Sonntag so einige gute Beschäftigungsmöglichkeiten und so verflog die Stunde bis zum nächsten Zug sehr schnell.


Im Zug fand ich recht schnell einen Platz. Ein junger Mann saß neben mir und meinte, "Am Freitag sind Sie nach Leipzig gefahren.". Irritiert habe ich nur genickt und er hat dann erklärt, dass er meinen Mantel und meine Schuhe wieder erkannt hätte. Er stellte noch Fragen über meine am Freitag getragene Strumpfhose usw. und verstummte dann irgendwann. Die restliche Fahrt habe ich etwas verwirrt nachgedacht. Falle ich wirklich so auf? OK, mein Wintermantel ist rosa... aber ist das wirklich etwas, was sich Leute merken? In Berlin angekommen habe ich mein Umfeld etwas genauer gemustert und zwischen all den grauen und schwarzen Jacken steche ich tatsächlich unerwartet hervor.
Manche Outfits von mir fallen auf - das weiß ich. Manchmal wird mir gar vorgeworfen, ich wolle um jeden Preis auffallen. Aber eigentlich habe ich das gar nicht so gern. Wenn einen die Leute in der U-Bahn derart angaffen, dass man sich nichtmal mehr die Nase putzen mag... das ist nichts schönes, finde ich. Mein Geschmack ist eben seltsam, aber auf dem Heimweg nach einem langen Arbeitstag, bin ich wie die meisten anderen - ich will meine Ruhe, nur auf direktem Weg nachhause. Dann nervt es mich regelrecht, wenn die Leute gaffen, obwohl ich nur einen stacheligen Haarreif trage und eine etwas seltsame Strumpfhose.
Manchmal wäre es schön, wenn man sich seltsam kleiden könnte ohne aufzufallen.
Mit dämlichen Kommentaren bezüglich meiner Kleidung kann ich übrigens ziemlich gut umgehen. Jedes Mal denke ich: "Du beleidigst mich jetzt, aber in weniger als 5 Minuten werde ich mich an dein Gesicht nicht mehr erinnern - ich hingegen werde dir wahrscheinlich noch eine Weile in Erinnerung bleiben."
So wie dem Mann im Zug, nur das er mich nicht beleidigt hat. Der Einheitsbrei an Menschen, die mich beleidigen - ein Gesicht wie das andere. Niemand, an den ich mich erinnere. Selbst wenn ichs versuche, sehe ich nur einfache T-Shirts und Jeans vor mir.
Ein bisschen stolz bin ich schon, etwas anders zu sein. Aber auf das Auffallen könnte ich trotzdem sehr oft verzichten. Hätten die gaffenden Menschen etwas mehr Anstand, wäre das vielleicht anders.

Ich bin ziemlich vom Thema abgekommen. Eigentliche Aussage dieses Eintrags: Leipzig war toll und ich mag Horrorfilme immernoch, obwohl sie mir Angst machen.

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