Donnerstag, 22. September 2011

Buddhistische Kunst aus Korea

Schon am Samstag wollten wir eigentlich die Ausstellung "Buddhistische Kunst aus Korea" besuchen. Leider musste das ausfallen und wir dachten schon, dass es damit nichts mehr wird, weil mein Terminkalender recht voll ist und die Ausstellung nur noch ein paar Tage geöffnet sein würde.

Gestern hatte Lisa eigentlich keine Zeit, doch ihre Verabredung wurde abgesagt und so entschieden wir via SMS, dass wir uns treffen, wenn ich mit der Arbeit fertig bin. Direkt von dort aus bin ich zum Treffpunkt gefahren und dann sind wir gemeinsam zum Koreanischen Kulturzentrum am Potsdamer Platz getüdelt.

 

Als wir mit dem "Hauptteil" der Ausstellung fertig waren, machte uns ein Mitarbeiter darauf Aufmarksam, dass es noch zwei weitere Räume gebe, die wir uns ansehen könnten. So gingen wir einen Gang entlang, vorbei an einer koreanischen Bibliothek, und kamen zu einer Ausstellung, deren Thematik ebenfalls im Buddhismus lag - wenn auch völlig anders, als die ersten Werke, die wir an dem Tag gesehen haben.

Gold Line Painting
Buddhist Painting
Unter Gold Line Painting konnte ich mir nicht wirklich etwas vorstellen - mit Gold malen? Wie soll das gehen? Einschmelzen, okay... aber ist es dann nich viel zu heiß?
Die Bilder beweisen eindrucksvoll, dass es sehr wohl möglich ist. Nicht nur, dass mit dem geschmolzenen Material ganz feine und klare Bilder gemalt/vollendet wurden - das ganze auch nicht auf einer robusten Leinwand, sondern auf Stoffen wie Seide, Baumwolle oder Leinen!

Lisa und ich hatten wirklich sehr viel Glück. Weil wenig Besucher da waren (kurz vor der Schließung) und vor allem: die Künstlerin (Park Soo Youl) war da!
So konnten wir mit ihr auf Englisch über die Machart der Bilder sprechen. Ein Koreaner, der sie begleitete, half uns, wenn sie bestimmte Dinge nicht verstand oder sie nicht die richtigen Worte fand.
So erfuhren wir erst in dem Gespräch, dass es sich bei den goldenen Akzenten der Bilder tatsächlich um richtiges Gold handelte. Außerdem schilderte sie, dass sie auch Silber verwendet oder zerstoßene, hochwertige Perlen.
Sie verwendet ausschließlich natürliche Materialien und malt damit auf Stoffen, wie eben beschrieben.
Bei den Motiven handelt es sich oft um Bildnisse der Natur, die schon aufgrund des Schimmerns von Perlmutt oder Gold einen besonderen - vielleicht sogar spirituellen - Anschein haben. Die Bilder fallen auf und wirken zugleich ruhig, weil sie keine stürmischen Ereignisse darstellen.

Wir sind wirklich wahnsinnig froh, dass wir so ein Glück hatten! Park Soo Youl ist eine beeindruckende Frau.


Ich bin wirklich froh, dass wir so spontan hingefahren sind!
Wir waren schon wieder an der Bibliothek vorbei auf dem Weg nach draußen, als wir jemanden Klavier spielen hörten. Recht schnell entschieden wir, nochmal zurückzugehen und nachzusehen, da wir in einem der Ausstellungsräume ein Klavier gesehen hatten.
Dort saß der freundliche Mann, der uns beim Übersetzen geholfen hatte und spielte, als würde er den ganzen Tag nichts anderes machen. Wirklich traumhaft schön.
So blieben wir noch ein wenig und haben ihm applaudiert.

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