Mittwoch, 31. August 2011

27 Stunden im Kino (Harry Potter 1 – 7.2)

18.07.2011 :

Eigentlich wollte ich einen Eintrag über mein Wochenende schreiben, aber dann ist mir aufgefallen, dass ich noch kein Wort zum Harry Potter-Marathon verloren habe.
Das hole ich jetzt erstmal nach.



Meine Schwester war bereits am Sonntag aus Bremen zu mir gekommen, um dieses Kino-Erlebnis mit mir durchzumachen.

Montag habe ich normal gearbeitet, den Dienstag und Mittwoch hatte ich Urlaub.
Angefangen hat es am Montag, als wir uns gegen 22 Uhr mit Kissen und den Tickets auf den Weg gemacht haben.


Am Alexanderplatz angekommen, sind wir direkt zum Kino und haben über die Schlange von Menschen gestaunt, die dort anstand! Da begriffen wir erst richtig, mit wie vielen Leuten wir dieses Erlebnis teilen würden.
Es war spannend zu sehen, wie „normal“ und durchschnittlich die meisten Zuschauer waren. Ich hatte wesentlich mehr verkleidete usw. erwartet.

Nach dem Einlass nahmen Jenny und ich unsere Plätze in der 12. Reihe ein. Wir hatten uns im Vorfeld für mittige Plätze im Kino entschieden. Mittelblock, aber ganz außen.
Das war eindeutig eine gute Wahl!
Wenn wir eine Pause brauchten etc., dann mussten wir an niemandem vorbei und die Sicht war auch sehr gut.


Zwei Moderatoren begleiteten uns die 27 Std. lang und erklärten zu Beginn, dass im laufe des Events noch T-Shirts, Poster usw. versteigert werden würden.



Harry Potter und der Stein der Weisen
Da ich den Tag über gearbeitet hatte und auch am Abend vor der Fahrt zum Kino keine Zeit für etwas Ruhe gefunden hatte, verschlief ich bereits in etwa 40% des 1. Films.
Schwache Leistung, ich weiß!

Zwischen jedem Film hatten wir 30 Minuten Pause, in der wir unseren Vorrat an Popcorn usw. auffüllen konnten.
Popcorn und Getränke wie Cola usw. mussten bezahlt werden. Kaffee, Tee, Bananen und Äpfel gab es all you can drink and eat for free! So viele Bananen wie in der Zeit dort habe ich in meinem Leben noch nicht gegessen, glaube ich!

Harry Potter und die Kammer des Schreckens
Während des zweiten Films hatten wir leider einige technische Probleme. Erst mit dem Ton, dann stimmte der Schnitt nicht. Im ersten Drittel des Films sprang er plötzlich zum Ende. Wir sahen alle Szenen bis auf das große Finale, bevor er wieder in die Mitte sprang.
Das war… mühsam.
Aber letztlich auch absolut unterhaltsam und im Grunde kannte den Teil ja jeder. Außerdem war man sich einig: besser es passiert dort, als in den späteren Teilen.
Zusätzlich wurde es im Saal immer wärmer und wärmer. Zwar hatte man den Technikern des Kinos im Vorfeld gesagt, dass der Saal die ganze Nacht besetzt sein würde und man deshalb die Nachtschaltung der Klimaanlage nicht einschalten dürfe, doch die schienen das ignoriert/vergessen zu haben.
Wie man uns nach dem Film mitgeteilt hatte, war die Temperatur auf 28,5 °C gestiegen.
Der positive Effekt: Während dieses Zeitraums waren alle Getränke gratis! Da haben Jenny und ich uns natürlich erstmal mit Pepsi und Wasser eingedeckt!

Harry Potter und der Gefangene von Askaban
Während des dritten Teils habe ich erneut etwas geschlafen. Etwa die Hälfte des Films habe ich nur mitbekommen.

Nach dem 3. Teil war es bereits 8 Uhr in der Früh und es wurde Zeit für das Frühstück, welches auch im Preis von 35 Euro enthalten war!
Wir hatten gar nichts Tolles erwartet, weil wir eben nicht so wirklich viel bezahlt hatten. Umso erstaunter waren wir dann über die Auswahl!
Brötchen und einige Belagmöglichkeiten, Brezeln, Donuts, Berliner (Pfannkuchen), Quarktaschen und natürlich wieder Kaffee, Tee und Obst.
Wir stapelten das Essen auf unseren Tellern und genossen die Ruhe.


Ich glaube da hatten wir bereits den Punkt erreicht, an dem wir uns heimisch gefühlt haben. Das Kino war einem mit der ganzen Umgebung vertraut geworden. Man kannte inzwischen die Kinozuschauer in seinem Umfeld und die Wege aus dem Kino auch im Dunkeln auswendig.
Einige Zuschauer trugen ihre Schlafkleidung und so wirkte das alles nach und nach wie eine private Pyjama-Party. Nur eben in einem sehr großen Wohnzimmer mit gigantischem Fernseher.
Generell kann ich das Publikum nur loben. Auch während der technischen Störungen usw. blieben alle ruhig und gelassen.
Außerdem hat es mir sehr viel Freude bereitet, dass wir gemeinsam zu Beginn jedes Films, wenn der Titel eingeblendet wurde, geklatscht und gejubelt haben, genauso wie zu Beginn des Abspanns.
Das hat die Euphorie und Begeisterung des Publikums widergespiegelt.
Auch an besonders witzigen oder mutigen Stellen des Films haben wir geklatscht und gejubelt.

Harry Potter und der Feuerkelch

Nach dem Frühstück wurden Poster verlost (ich habe eins!) und dann begannen wir mit dem 4. Teil. Den habe ich mir ganz angesehen und das nicht nur wegen Robert Pattinson. Höhö…
Darüber haben die beiden Moderatoren vor dem Film auch einige Witze gemacht, das war ziemlich amüsant.
Ich mag den 4. Teil recht gern. Meiner Meinung nach stimmt die Mischung zwischen Ernst und Unterhaltung einfach recht gut.

Harry Potter und der Orden des Phoenix

Ich glaube nach dem 5. Teil (den mag ich auch sehr!) war dann die Mittagspause, die mit 3 Std. recht ausgedehnt war.

Da ich meine Strumpfhose versehentlich kaputt gemacht habe, gingen wir in der Mittagspause ins Alexa, wo ich mir eine neue gekauft habe.
Als Mittagssnack haben wir gegrillt! Auf dem Parkplatz hinter dem Kino gab es dann Brötchen mit Bratwurst – ebenfalls im Preis von 35 Euro enthalten.
Den Rest der Mittagszeit schliefen wir.

Während zuvor einige deutlich von Müdigkeit gezeichnet waren und Kommentare wie „Das ist mein 12. Kaffee… ich hab so Magenschmerzen!“ zum normalen Hintergrundgespräch gehörten, schienen nach der Mittagspause alle wieder etwas aufgeweckter und vor allem gespannt aufs Finale!


Harry Potter und der Halbblutprinz
Den 6. Teil habe ich sehr gespannt verfolgt. Auch ein Teil, den ich sehr gelungen finde und mag.

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1
Während 7.1 überkam mich die Müdigkeit. Ich hatte schon etwas Angst, dass sich das nicht mehr legen würde… doch vor dem letzten Teil hatten wir noch einmal eine längere Pause und die Anspannung und Aufregung im Saal übertrug sich auch auf mich.

Fit und aufgeregt jubelten wir alle, als der letzte Teil, das Finale, begann.
Was für ein eindrucksvoller Moment!

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2

Für mich ist der letzte Teil eindrucksvoll gelungen. Es handelt sich, wie auch beim Buch, um keine Geschichte mehr, die für Kinder gedacht ist.
Die Charaktere und die Geschichte sind gewachsen und das hat man auch im Film deutlich gespürt.
Ich weiß, dass es mich damals sehr aufgewühlt hat, den letzten Band zu lesen und das gleiche Gefühl hatte ich beim Gucken dieses Films. Man hatte etliche Stunden an den Büchern gelesen und war so vertraut mit allem, kannte die Entwicklungen und betrachtete nun das Ende.
Ich glaube, dass es gut war, alle Teile so hintereinander zu sehen. Zum Beispiel hatte mich Sirius Tod (in Teil 5), als ich den Film einzeln im Kino sah, recht wenig berührt.
Doch wenn man die Teile hintereinander sieht und verfolgt, wie sich Harry und Sirius verstehen und man begreift, dass Sirius für Harry so deutlich für „Familie“ steht… da wird es erst richtig dramatisch, als dieser dann stirbt.

Meine Meinung zu Teil 7.2 in 3D, bevor ich auf einzelne Szenen eingehen möchte: Ich würde ihn nicht wieder in 3D gucken. Das ist unnötig.
Ich werde jetzt etwas Spoilern. Nur als Warnung, falls man das letzte Buch nicht gelesen hat! (Nach den Bild geht es normal weiter)

SPOILER - ANFANG
Ich hatte etwas Sorge, wie man im Film den Weg von Harry in den Tod darstellen würde. Als er begreift, bzw. denkt, er würde sterben, wenn er jetzt zu Voldemort ginge. Wie er dann aber dennoch losgeht – mit dem Gedanken, dass dieser Weg sein letzter sein würde.
Die Umsetzung ist herausragend gelungen. Selbst für Leser des Buches, die ja wussten, dass er überleben würde, war es so berührend und aufwühlend, wie er Schritt für Schritt dorthin ging, wo ihn der Tod erwartet.
Beeindruckend.
Und ich war unsicher, ob die letzten Seiten des Buches mit dem Teil „19 Jahre später…“ auch im Film vorkommen würden.
Erst war ich etwas besorgt, als die Szene dann tatsächlich kam… aber es ist wirklich gut gelungen. Eine schlechte Darstellung der Charaktere am Ende des Films hätte ja ernsthaft alles ruinieren können, aber die Sorge ist unbegründet, finde ich.
Das Ergebnis ist sehr gut.
Auch die ganze Geschichte um die Rolle von Snape fand ich gelungen.
SPOILER - ENDE


Fazit:
Es hat mir zwar gefallen, alle Teil nacheinander zu gucken, aber ob ich das wieder mache…? Es war schon sehr anstrengend und als wir am Mittwoch in aller früh aus dem Kino kamen und nachhause fuhren… da war man wirklich in einem Koma-ähnlichen Zustand und um sich von den Strapazen zu erholen, hätte ich wohl noch 1-2 Tage mehr Urlaub benötigt.
Letztlich: Soviel ich über die Anstrengung auch meckere… wenn mich jemand fragt, würde ich so etwas wohl ohne Umschweife wieder machen. 

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